Beschluss im Gemeinderat

Hunde werden teurer: Benediktbeuern dreht an der Steuerschraube

Ein Hund steht auf einem Feld in Benediktbeuern, im hHntergrund ist das Kloster zu sehen.
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Hunde kosten im Klosterdorf künftig mehr an Steuer.

Benediktbeuern – Die Gemeinde Benediktbeuern erhöht zum neuen Jahr die Hundesteuer. Und zwar durchaus kräftig. Der Beschluss fiel mit großer Mehrheit im Gemeinderat.

Die neue „Mustersatzung für die Erhebung einer Hundesteuer“ vom Bayerischen Gemeindetag nehmen viele Gemeinden zum Anlass, ihre kommunale Hundesteuersatzung anzupassen. So auch Benediktbeuern. Zum letzten Mal wurde im Klosterdorf die Hundesteuer vor zehn Jahren erhöht, damals sehr moderat. Für 2021 fällt die Erhöhung umfangreicher aus. Vor allem Hundehalter mit mehr als einem Hund werden ab dem neuen Jahr zur Kasse gebeten.

Ermäßigung umstritten

Kämmerer Florian Hlawatsch erläuterte im Gemeinderat die neue Mustersatzung des Freistaats. Geteilter Meinung waren die Räte bezüglich der Steuerermäßigung für Hunde aus Tierheimen. Hans-Otto Pielmeier (CSU) sah darin „keinen sauberen Weg“ und fand, die Förderung einer Institution solle nicht mit der Aufwandssteuer vermischt werden, sondern aus anderen Töpfen erfolgen. „Die Entlastung von Tierasylen senkt letztlich die Kosten der Allgemeinheit“, hielt Rudi Mühlhans (FBM) dagegen. Die Mehrheit des Gremiums sah keinen Anlass, den Paragrafen zu streichen.

Von 65 auf 80 Euro

Längere Diskussionen gab es bei der Höhe des Steuersatzes. Im Jahr 2000 war dieser von 60 auf 65 Euro erhöht worden. Nun schlug die Verwaltung 80 Euro für den ersten Hund und 160 Euro (bislang 130) für jeden weiteren Hund vor. Margarete Steffens (CSU) fand den Umfang der Erhöhung nicht gerechtfertigt, zumal diese auch ältere Menschen treffe, für die der Vierbeiner mehr sei als ein Haustier. „Hol dir einen Hund und du bleibst gesund“ zitierte sie frei nach Hildegard von Bingen. Eine ältere Dame aus ihrer Nachbarschaft müsse für ihre zwei kleinen Pinscher, „eigentlich halbe Portionen“, künftig 240 Euro berappen, kritisierte Steffens.

Bauhofaufwand als Argument

Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürger) verwies auf den Aufwand, welcher der Gemeinde durch Hundehaltung entstehe. „Der Bauhof dreht sehr oft im Dorf seine Runden und säubert die Hundetoiletten“, führte er aus. Hans-Otto Pielmeier (CSU) sah dies ebenso und hielt Steffens Beispiel darüber hinaus für ein „sehr emotionales Argument“. Nach zehn Jahren könne man den Steuersatz durchaus anpassen, fanden Thomas Guggemos (CSU) und Rudi Mühlhans (FBM). Die Bedenken von Margarete Steffens konnte Mühlhans nachvollziehen und schlug als pragmatische Lösung vor: „Wer sich aus sozialen Gründen einen Hund halten will, soll sich an die Gemeinde wenden, dann können wir nach Unterstützungsmöglichkeiten suchen.“ Mit den Gegenstimmen von Margarete Steffens und Hans-Otto Pielmeier wurde abschließend der Erlass der neuen Satzung zum 1. Januar 2021 von den Gemeinderäten beschlossen. Betroffen davon sind in Benediktbeuern 126 Hundesteuerzahler. Kampfhunde, für die 800 Euro fällig wären, gibt es im Klosterdorf übrigens nicht. „Das würden wir auch nicht genehmigen“, stellte Geschäftsleiter Michel Herrmann klar. Christine Weikert

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