Entschärfung in Torfwerk

Iffeldorf: Granaten im Container

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Aufregung im Iffeldorfer Ortsteil Staltach: In einem Metallcontainer des Bauhofs am Torfwerk wurden am Sonntag, 16. August, eine Panzermine und drei Granaten entdeckt. Ein Zünder wurde entschärft.

Gegen 10.45 Uhr ging ein Alarm bei der zuständigen Penzberger Polizei ein. Ein Bürger, der Material im Metallcontainer des Wertstoffhofs entsorgen wollte, traute seinen Augen nicht: In dem Behälter lagen eine Panzermine „P-Mine 42“ samt Zünder sowie eine 40-Millimeter-Granate und zwei 50-Millimeter-Geschosse. 

Ein Haus evakuiert

Drei Polizeistreifen und die Feuerwehr Iffeldorf mit 15 Aktiven und drei Fahrzeugen rückten am Ort des Geschehens an. Der Bereich um das Bauhoflager wurde geräumt, der nahe Parkplatz und die Wanderwege gesperrt. Die Anwohner wurden informiert. Ein Anwesen „musste für circa 45 Minuten evakuiert werden“, so Susanne Kettl, stellvertretende Leiterin der Penzberger Polizeiinspektion. Die Bewohner wurden zu den Nachbarn geschickt, wie Maximilian Scheuerer, Pressesprecher der Iffeldorfer Wehr, der Rundschau berichtet. 

Sprengmeister rückt an

Der Kampfmittelräumdienst des Sprengkommandos Süd aus München rückte an. Der Sprengmeister entschärfte den Minenzünder „in einem günstigen Zeitfenster, in dem gerade kein Zug vorbeifuhr“, heißt es von der Feuerwehr. Von anderen Teilen sei keine Gefahr mehr ausgegangen. Die Wehr rückte nach etwa 1,5 Stunden wieder ab. Den Polizeieinsatz schätzt Inspektionsvize Kettl auf knapp vier Stunden. 

Rätselraten über Herkunft

Woher die Munition kommt und wer sie in den Container legte, ist unklar. Laut Feuerwehr stammen die Teile „einwandfrei aus dem 2. Weltkrieg“. „Sie hat wohl längere Zeit im Wasser gelegen“, sagt Polizistin Kettl mit Bezug auf den Kampfmittelräumdienst. In der Nähe befinden sich die Osterseen, ein beliebtes Ausflugs- und Naturschutzgebiet., Der Fund müsse in den letzten zehn bis 14 Tagen entsorgt worden sein, in diesem Zeitraum sei der Container nicht geleert worden. 

Polizei ermittelt

Die Polizei Penzberg bittet um sachdienliche Hinweise (Telefon 08856/92570). Die Iffeldorfer Feuerwehr mahnt eindringlich: Ein Munitionsfund bringe auch nach vielen Jahren noch ein nicht unerhebliches Risiko mit sich. „Das soll man nicht irgendwo hintragen“, so Sprecher Scheuerer - sondern sofort Polizei oder Feuerwehr alarmieren.

Andreas Baar

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