Verunsicherung in Chefetagen

IHK-Umfrage im Oberland: Sprecher Krämmel fordert Entlastungen für Betriebe

Reinhold Krämmel, Vorsitzender 
IHK-Regionalausschuss Bad Tölz-Wolfratshausen
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Reinhold Krämmel ist Sprecher des IHK-Forums Region Oberland.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Region – Der zweite Lockdown hat die Stimmung der Unternehmen im Oberland erneut abkühlen lassen. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern Mitte Januar bei Unternehmen in der Region.

Insgesamt sank der IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Garmisch-Partenkirchen von 104 Punkten auf 94 Punkte. Dies gibt die Kammer nun bekannt. Zu ihrer Geschäftslage befragt, bezeichneten 37 Prozent der Unternehmen diese als gut. Allerdings bewerteten 32 Prozent der Betriebe ihre Situation als schlecht. „Im bayerischen Vergleich sank damit die Bewertung der Geschäftslage überdurchschnittlich stark“, heißt es von der IHK – Ursache könnte die hohe Bedeutung des Tourismus im Oberland sein, der durch Corona zum Erliegen kam.

Kleiner Hoffnungsschimmer: Gleichzeitig bewerteten die Firmen ihre Lage „aber deutlich besser als noch während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020“, so die IHK. Die Kammer vermutet, dass gerade das verarbeitende Gewerbe weiter arbeiten konnte.

Doch die Kammer warnt: „Mit Blick auf die kommenden Monate verunsichert die Corona-Pandemie aber weiterhin große Teile der Unternehmerschaft.“ Die geschäftlichen Erwartungen „verharren auf niedrigem Niveau“. Eine schnelle Belebung scheint nicht in Sicht. Nur noch jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) rechnet mit mehr Geschäft, 28 Prozent gehen von einer Eintrübung aus. Die Betriebe halten sich deshalb bei ihren Investitionen zurück: Nur 15 Prozent der Befragten möchten mehr Geld in die Hand nehmen, aber jedes vierte Unternehmen will vollständig darauf verzichten. Und jedes fünfte Unternehmen will Stellen abbauen.

Reinhold Krämmel, Bauunternehmer aus Dietramszell und Sprecher des IHK-Forums Region Oberland, ist überzeugt: Es brauche „eine durchschlagende Impf- und Testkampagne, um eine „branchenübergreifende Normalisierung in der Wirtschaft“ anstreben zu können. Der Sprecher fordert von der Politik mehr Rückendeckung und neue Impulse. „An erster Stelle brauchen die Betriebe Entlastung. Die Politik dürfe „die überbordende Bürokratie nicht noch durch weitere Vorschriften, Gesetze oder Richtlinien aufblähen“. Eines ist sich Krämmel allerdings sicher: „Die Corona-Pandemie wird noch lange unser Wirtschaftsleben bestimmen.“ Andreas Baar

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