Bürgermeister wehrt sich

Im Penzberger Stadtrat fliegen die Fetzen - wegen Marvel Fusion

Penzberg Stadtrat Bürgermeister Stefan Korpan Maske
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Bürgermeister Stefan Korpan verwahrte sich gegen Kritik an seiner Infopolitik.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Penzberg - Die Stadt Penzberg tritt beim Grundstücksverkauf an Marvel Fusion auf die Bremse. Grund sind die jüngsten Entwicklungen beim Start-up. Das Thema sorgte für Streit im Stadtrat.

Die Stadt Penzberg hat auf die Entwicklungen bei Marvel Fusion reagiert. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) will nach eigener Aussage das Unternehmen um eine Stellungnahme bitten. Zudem tritt die Verwaltung beim Verkauf des Nonnenwald-Grundstücks erst Mal auf die Bremse. „Wir haben aktuell einen Stopp gemacht“, bestätigte Korpan nach der Stadtratssitzung auf Rundschau-Nachfrage. „Wir werden den Notarvertrag nicht weiter ausarbeiten.“ Mit ein Grund ist, dass überhaupt nicht klar ist, ob das Unternehmen wirklich nach Penzberg ziehen will. Man prüfe auch andere Optionen, hatte eine Sprecherin nach dem positiven Stadtrats-Votum verlauten lassen.

Attacke von Zehetner

Die städtische Warteposition hatte Korpan den Fraktionen bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend (26. Januar) hinter verschlossener Tür deutlich gemacht. Man habe sich in der interfraktionellen Runde auf dieses Vorgehen verständigt, so Korpan. Zuvor war es in der öffentlichen Sitzung zu einem heftigen Wortgefecht mit Elke Zehetner (SPD) gekommen. Zehetner hatte am 12. Januar gegen den Grundstücksverkauf gestimmt. Sie sehe ihre Bedenken „leider bestätigt“, sagte Zehetner. „Das zwingt uns zu einer Neubewertung der Situation.“ Sie rügte ein „defensives Verhalten“ von Marvel Fusion bei der firmeneigenen Informationspolitik. Zehetner wollte von Korpan darüber hinaus wissen, ob er und die CSU-Fraktion bereits vor dem Stadtratsbeschluss von den Entwicklungen beim Start-up gewusst hätten. Sie deutete einen entsprechenden Schriftverkehr an.

Korpan droht mit Anzeige

Der Rathauschef wies dies empört zurück: Er habe von den personellen Veränderungen bei Marvel Fusion erst später „aus der Presse“ erfahren, betonte Korpan. Und fuhr gleich schweres Geschütz auf: Sollte Zehetner derartiges weiter öffentlich behaupten, werde er sich rechtliche Schritte vorbehalten – Korpan drohte eine Verleumdungsklage an. Der Rathauschef bekräftigte auf Nachfrage, dass Marvel Fusion die Entwicklungen nicht kommuniziert habe: „Ich habe offiziell nichts gehört.“

Ändert Stadtrat seinen Beschluss?

Der Bürgermeister betont bei aller Zurückhaltung beim Grundstücksverkauf aber auch, dass es dafür „einen gültigen Beschluss“ gebe. Diesen müsste der Stadtrat ändern – das Thema will Korpan wohl in der Februarsitzung auf die Tagesordnung nehmen. Andreas Baar

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