Der Immobilien-Coup von Gründl

Das seit Jahren leer stehende Hotel „Post“ (l.) ist in den Besitz der Gemeinde übergegangen. Gleiches soll in den nächsten Tagen mit dem Sanatorium Strauß geschehen, damit die Ortsmitte neu überplant werden kann.

Das Hauptthema der Bürgerversammlung in Bad Heilbrunn war auch in diesem Jahr die Neugestaltung der desolaten Ortsmitte. Und da konnte Bürgermeister Thomas Gründl am Freitagabend im Kursaal erstmals seit langer Zeit mit zwei positiven und wichtigen Meldung aufwarten. Wenige Tage zuvor war nämlich der Kauf des ehemaligen Hotels „Post“ mit einer Fläche von 1,27 Hektar notariell be- urkundet worden. Und auch die Kaufverhandlungen mit dem Sanatorium Strauß mitsamt dem Umfeld stehen laut Gründl kurz vor dem Abschluss. Es müsse nur noch von neutraler Seite geprüft werden, ob der Preis dem Marktwert entspricht, schränkte der Bürgermeister ein. Er rechnet aber damit, dass auch dieser Vertrag in den nächsten Tagen unterzeichnet wird. Auf Nachfrage bezifferte Gründl den Kaufpreis für beide Immobilien mit rund 3,2 Millionen Euro.

Damit eröffnen sich der Gemeinde nun Möglichkeiten, die Dorfmitte neu zu entwickeln, auch wenn es bei den Verhandlungen mit der Kurfürstin GmbH bezüglich Kurhotel-Ruine und Wandelhalle nicht vorwärts geht. Gründl rechnet sogar damit, für den Abbruch der jetzt im Eigentum der Gemeinde befindlichen Gebäude Zuschüsse vom Staat zu bekommen, was er nebenbei als Anreiz für die Kurfürstin GmbH versteht, vielleicht auch „das eine oder andere Gebäude abzureißen“. Zudem hofft man in der Gemeinde auf „Synergieeffekte“. Im Klartext heißt dies, dass sich dann der Vorstandsvorsitzende der GmbH, Max Hoefter, „auch bewegen muss“. Zu den bisherigen Gesprächen am Runden Tisch über die Neugestaltung des Dorfkerns war Hoefter trotz mehrmaliger Einladung nie gekommen. Jetzt stehen dem Gemeinderat mehr Freiheiten zu, den Bebauungsplan „Dorfmitte“, in den auch die ebenfalls derzeit leer stehende Leonardis-Klinik integriert wird, weiter zu entwickeln. Am 28. Januar trifft sich das Gremium zu einer Klausurtagung, um das weitere Vorgehen für die Ortsmitte zu besprechen. Grob geplant ist ein Mischgebiet mit Geschäften für die Nahversorgung der Bevölkerung, Arztpraxen und in den oberen Stockwerken der jeweiligen Gebäude eine Wohnbebauung, wobei das neue Hotel „Post“ ein zentraler Mittelpunkt mit einer Gastronomie und mit rund 30 Zimmern werden soll. Laut Gründl weigert sich Hoefter immer noch, in seinem eigenen Interesse trotz mehrmaliger Angebote an der Planung mitzuarbeiten und seine Bauruinen in die Neuplanung mit einzubringen. Glückwünsche „zu dem Mut, die Post zu kaufen“, kam spontan von Vize-Landrat Werner Weindl, der sich mit grundsätzlichen Aussagen zum Tourismus äußerte und dabei forderte, das Kirchturmdenken in der Werbung müsse der Vergangenheit angehören. Denn der Gast kenne bei seinem Aufenthalt keine Gemeindegrenzen. „Um gegenüber anderen Tourismusgebieten konkurrenzfähig zu bleiben, müssen alle Städte und Gemeinden im Isar- und Loisachtal an einem Strang ziehen“, betonte Weindl. Dass nun Bewegung in die Ortsmitte gekommen ist, freut auch Alexander Römer und Dieter Kugler von der im vergangenen September gegründeten Bürgerinitiative „Bad Heilbrunn lebt und hat Zukunft“, die sich eine aktive Mitwirkung am Neuaufbau des Tourismus auf die Fahne geschrieben hat. Römer warb für die in vielen Geschäften aufliegende Unterschriftenliste, die mit bisher über tausend Unterzeichnern schon jetzt ein „großer Erfolg“ sei, während Kugler bereits in die Zukunft blickte und eine Reihe von Vorschlägen unterbreitete, wie der Kurort mit geringem Aufwand an Attraktivität ge- winnen kann.

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