Corona

Impfzentrum in Peißenberg: Warten auf das Wundermittel

Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) sitzt in einem Behandlungszimmer im Corona-Impfzentrum im ehemaligen Krankenhaus in Peißenberg.
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Noch ohne Impfstoff: Landrätin Andrea Jochner-Weiß beim Probedurchlauf.

Region – Bei einem Presserundgang wurde die im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus eingerichtete Corona-Impfstation vorgestellt. Das Wichtigste konnte dabei allerdings noch nicht präsentiert werden: Der Impfstoff.

Räumlichkeiten, Personal, Ärzteteams, medizinische Infrastruktur und mit dem Rettungsdienst der Johanniter auch einen Betreiber: Eigentlich wäre im Obergeschoss des ehemaligen Peißenberger Krankenhauses, das vom Landkreis kurzerhand in ein Impfzentrum umfunktioniert wurde, alles startklar. „Theoretisch hätten wir heute die erste Spritze setzen können“, betonte Joern Osenbrück, stellvertretender Sachgebietsleiter bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern. Doch erst nach Weihnachten soll die Zulassung für den ersten Corona-Impfstoff vorliegen. Die Johanniter stehen zwar parat, sind aber bezüglich der Lieferung laut Osenbrück auf „andere Partner angewiesen“: „Die Logistikwege sind noch nicht ganz gesichert.“

Fünf Tage die Woche

Geplant ist, ab 27. Dezember das Impfzentrum in Betrieb zu nehmen. Zwischen 8 und 18 Uhr soll es jede Woche von Montag bis Samstag geöffnet haben – „vorausgesetzt der Impfstoff trifft auch tatsächlich ein“, so Osenbrück. Pro Tag könnten rund 300 Personen geimpft werden, wobei der Fokus zunächst auf mobile Impfteams liegen wird, die zunächst den Bedarf in den Pflege- und Altenheimen abdecken sollen. „Wir haben eine gute Partnerschaft mit dem Landkreis. Das wird reibungslos funktionieren“, versprach Osenbrück. Das Lob gab Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) zurück. Mit den Johannitern habe man einen „zuverlässigen Partner“ als Betreiber für das Impfzentrum gewinnen können: „Das hat mich ganz besonders gefreut.“ Ein Glücksfall sei zudem die Verpflichtung des „Impfspezialisten“ Christoph Wittermann als medizinischen Leiter: „Er genießt unser vollstes Vertrauen“, so Jochner-Weiß. Wittermann, der in Weilheim viele Jahre als Kinderarzt praktizierte, unterbricht für das Impfzentrum extra seinen Ruhestand: „Ich stehe voll und ganz hinter dieser Sache.“

70 Ärzte machen mit

Insgesamt haben sich 70 Ärzte aus der Region bereit erklärt, im Zentrum mitzuhelfen. Im Tagesbetrieb werden fünf Ärzte gleichzeitig anwesend sein. Die Termine werden so gelegt, dass nicht mehr als 20 Personen auf die Impfung warten müssen. Nach einem Kontaktdatenabgleich, einem Aufklärungsgespräch und dem Ausfüllen eines Anamnesebogens erfolgt die Impfung und ein 20-minütiger Aufenthalt in einem Überwachungsraum. Drei Wochen später wird dann die zweite Impfdosis verabreicht. „Ohne die gibt es keinen Schutz“, so Osenbrück.

Impfung ist kostenlos

Die Impfung ist für jedermann kostenlos. „Das ist über die Regierung sichergestellt. Gesundheit geht vor Geld“, konstatierte Osenbrück. Sollten neben dem Biontech-Mittel weitere Impfstoffe zugelassen werden, besteht je nach Vorrat grundsätzlich eine Auswahlmöglichkeit., hieß es. Der Betreibervertrag für das Impfzentrum in Peißenberg wurde vom Landkreis mit den Johannitern zunächst bis 30. Juni kommenden Jahres abgeschlossen. Bernhard Jepsen

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