Löwe lernt lesen

Janusz-Korczak-Schule dreht mit Spende einen Film

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Beim Besuch des Filmstudios an der Südstraße zeigten die Kinder den Damen des IWC, was sie mit dem neuen Equipment so anstellen.

Penzberg – Mit einem verliebten Löwen, der nicht lesen und schreiben kann, beschäftigten sich Buben und Mädchen der Janusz-Korczak-Schule wochenlang. Immerhin wollten die Kinder seine Geschichte in tausend Bildern nacherzählen, mit kleinen Filzwesen und einer professionellen technischen Ausstattung.

Die Geschichte ist nicht neu: Da ist der Löwe, der seiner Auserwählten einen Liebesbrief widmen möchte, aber weder lesen noch schreiben kann. Und da sind all die anderen Tiere, die lesen und schreiben können, aber nicht das, was der Löwe gerne hören möchte, sodass der König der Tiere schließlich von seiner Angebeteten in die Welt der Buchstaben eingeführt wird. Ausgiebig setzten sich 26 Buben und Mädchen der Janusz-Korczak-Schule mit der tierischen Geschichte auseinander, um diese dann neu und in tausend Bildern zu erzählen. Dank einer Spende des Inner Wheel Clubs (IWC) Pfaffenwinkel konnten die Schüler dabei auf Greenscreen, Mikro, Stativ und Fotoleuchten setzen. 

Eine Premiere war es nicht, denn in der Schule wurde schon einmal ein Stop-Motion-Film, bei dem unzählige Fotos aneinandergereiht eine Handlung erzählen, gefertigt. Doch da der IWC nun 500 Euro für weiteres Equipment locker machte, wurde der zweite Film „perfekter“, lächelt Lehrer Peter Starke, der gemeinsam mit seiner Kollegin Ursula Federmann das zehnminütige Werk mit den Schülern auf die Leinwand brachte. An dem Film arbeitete das Team im „Oktober und November jeden Tag zwei Stunden“, erinnert sich Starke. Ein kleiner, abgedunkelter Raum diente als Filmstudio, auf einem Tisch spielte sich das Geschehen ab, in helles Licht getaucht von den neuen Fotoleuchten. Hinter der Tischplatte wurde der frisch gebügelte Greenscreen aufgespannt, auf den verschiedene Hintergründe projiziert werden können. Im vergangenen Jahr „haben die Kinder die Hintergründe selbst gemacht“, sagt Starke. Nun nutzte man mit Greenscreen und iPad neuste Technik. „Man googelt Savanne und hat dann den perfekten Hintergrund“, grinst Federmann, die gemeinsam mit den Kindern die Filmmusik produzierte und dank derer man zu Beginn des Streifens mit „The lions sleep tonight“ auf einem Xylophon in besagte Savanne nicht nur optisch versetzt wird. 

Im Film selbst agieren keineswegs die Kinder, sondern wenige Zentimeter große Tiere aus Filz, welche die Penzbergerin Karin Knapek in liebevoller Handarbeit herstellt und für gewöhnlich auf dem Weihnachtsmarkt verkauft. Nun aber lieh sie ihre filzigen Schöpfungen den Schülern für das Projekt. Die Kinder positionierten die Tiere, Löwe, Affe, Giraffe, Mistkäfer, Geier, Krokodil und Nilpferd, und fotografierten diese, jeder Bewegung galt ein Bild. Am Ende waren es tausend Fotografien. Zum Abschluss verliehen die Kinder den Filzwesen noch eine Stimme, über ein neues Mikrofon. 

Selbstredend sollte das Drehen beziehungsweise das Fotografieren den Kindern zwischen sieben und elf Jahren Spaß machen, doch Federmann ist auch an der Medienerziehung gelegen. Ihr ging es darum, den Kindern zu zeigen „wie wirklich die Wirklichkeit ist“ und wie leicht die Realität manipuliert werden kann. Dass das Filmteam die Filztiere nicht wirklich in den Dschungel und die Savanne gebracht haben, war allen Kindern natürlich klar, als der Streifen in der Schule auf großer Leinwand erstmals präsentiert wurde. Nichtsdestotrotz zollten die Zuschauer der Umsetzung der Geschichte begeisterten Applaus. ra

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