Starke Weiterentwicklung

Montessori-Schüler präsentieren ihre Großen Arbeiten

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Coronabedingt mit Abstand: Die 8. Klasse der Montessori-Schule kurz vor der Präsentation der Großen Arbeiten.

Penzberg – Eigentlich herrscht an diesem Tag immer emsiges Treiben in der Aula der Montessori-Schule. Schließlich ist die Präsentation der „Großen Arbeiten“ eines der Glanzlichter im Schuljahr. Doch in diesem Jahr ist alles ruhiger: Wegen Corona muss die Vorstellung der Schülerarbeiten ohne Zuschauer und mit gebotenem Abstand stattfinden. Allerdings werden die Vorträge mit hohem technischen Aufwand per Live-Stream für die daheim mitfiebernden Eltern und Bekannten übertragen. Eva Wöllisch, die Leiterin der 8. Klasse, nimmt es mit Humor: „Ich begrüße alle an den Bildschirmen zu unserer Übertragung der Großen Arbeiten.“

Die Palette der 23 vorgestellten Arbeiten war erneut sehr vielseitig. Vom Bau einer großen, begehbaren Hängebrücke, einer Gartengarnitur, einer Quarterpipe für Skateboarder, hochwertiger Hi-Fi-Lautsprecher und eines Insektenhotels über das Malen eines Bildes im Stile Vincent van Goghs bis hin zum Anlegen eines Permakulturgartens, der minutiösen Planung einer Alpenüberquerung mit dem Mountainbike und einer zweitägigen Skitour reichte die Bandbreite. Einer fachkundigen Jury mussten die Schüler ihre Werke nicht nur vorführen, sie mussten ihr Projekt auch mit Hilfe von Power­Point und Beamer von A bis Z darstellen. Dabei berichteten die Schüler auch über ihre Schwierigkeiten. „Die größte Herausforderung war am Ende, bei der schriftlichen Arbeit dran zu bleiben und nicht aufzugeben“, sagt Luis Amann, der eine hölzerne Gartenliege erstellt hatte. Für Michi Hepp war der schriftliche Teil ebenfalls eine Hürde: „Das war schon knackig, weil es sehr viel zu recherchieren gab. Insgesamt habe ich viel über meine Stärken und Schwächen erfahren und gelernt damit umzugehen.“ 

Mancher hat sich mit seiner großen Arbeit auch einen lang gehegten Wunsch erfüllt. „Meine Große Arbeit hat mir meinen Traum erfüllt. Ich wollte immer schon einmal eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad machen. Es hat mir so viel Spaß gemacht und es war ein tolles Erlebnis“, wusste Franca Bayer zu berichten. 

Die Große Arbeit hat einen sehr hohen Stellenwert im Leben eines Montessori-Schülers, verlangt sie doch wegen ihrer monatelangen Auseinandersetzung mit dem Thema Disziplin und Durchhaltevermögen ab. „Alle Schüler waren sehr authentisch und haben so präsentiert, wie sie eben sind“, freute sich Lehrerin Wöllisch. „Gerade in den letzten Wochen haben sich die Schüler ganz stark weiterentwickelt auf ihrem Lebensweg.“ 

„Mit bestandener Großer Arbeit beobachte ich immer wieder, dass Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen der Jugendlichen immens zunehmen – eine tolle Voraussetzung für kommende Herausforderungen“, so Schulleiter Tomas Schindhelm. Am Ende des langen Tages merkt man den Schülern an, dass ihnen eine Last von den Schultern gefallen ist. Erleichterung macht sich breit. Und auch wenn die große Feier in diesem Jahr ausbleiben muss, irgendwie ist allen doch sehr feierlich zumute. la

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