Intelligentes Netzwerk

Die EWO hat jetzt ihren Sitz in Penzberg. Dazu gratulierten Geschäftsstellenleiterin Karina Rebele (2.v.r.) die Vertreter der Stadt, EWO-Vorsitzende der Landkreise und EWO-Vorstandvorsitzender Wolfgang Seiler (4.v.r.).

In ihrem neuen Domizil begrüßten die Vertreter der Stadt Penzberg sowie der Stadtwerke nun die Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO). Die EWO hat Anfang Januar ih- ren Sitz von Wolfratshausen nach Penzberg verlegt und sich in den Räumen der Stadtwerke eingemietet. „Penzberg ist ein sehr guter Partner, der was bewegen will“, erklärt der EWO-Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Wolfgang Seiler, der auf eine „Win-win-Situation“ hofft.

Karina Rebele, die Geschäftsstellenleiterin, führte die Besucher durch die Büroräume und wurde von Bürgermeister Hans Mummert mit Blumen überhäuft. „Penzberg ist ein guter Standort, er liegt mitten in der Region“, befand der Rathauschef und hat damit natürlich vollkommen recht: Penzberg ist der geografische Mittelpunkt der drei Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach, für die die EWO zuständig ist. Die EWO zeichnet sich durch ehrgeizige Ziele aus. Ursprünglich hieß es, die drei Landkreise wollen bis 2035 energieautark sein, doch da nahm Wolfgang Seiler gleich mal Dampf aus dem Kessel. „Energieautark bis dahin wird sicher nicht möglich sein, aber unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden, das können wir schaffen.“ Dafür sei allerdings die konstruktive Zusammenarbeit mit den Kommunen, der Politik, den Landräten und den Initiativen nötig. Wie Seiler weiter ausführte, will die EWO in Penzberg ein Energiekompetenzzentrum errichten, das alle Informationen und Daten zu Energieeinsparung und erneuerbaren Energien sammelt und den Kommunen zur Verfügung stellt. Durch den Ausstieg aus der Atomenergie hat sich zudem die Lage verschärft. Das Ziel der Bundesregierung sei es, die CO2-Emmissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern. Auch wenn die Kernkraft abgeschaltet sei, müsse der Strom CO2-frei zur Verfügung gestellt werden“, betonte Seiler. „Eine Riesenherausforderung, um die Zukunftsfähigkeit der Region zu sichern.“ Der Klimaforscher setzt dabei auf die „intelligente, dezentrale Strom- und Energieversorgung im Oberland“, ein Projekt mit zwei Standbeinen: der Abschied von den fos- silen Energieträgern einerseits und andererseits die Einsparung von Energie und der Ausbau der erneuerbaren Energien. Denkbar seien im Zuständigkeitsbereich der EWO etwa Projekte in Wasser-, Wind- und Sonnenenergie sowie Geothermie und Biomasse. Der Schlüssel zum Erfolg ist für Seiler die „intelligente Vernetzung“. In einem Konsortium arbeiten die EWO, Indus- trieunternehmen und die Stadtwerke zusammen, um nach Möglichkeiten zu suchen. Die Umsetzung erfolge dann über das Energiekompetenzzentrum. Hans Mummert schien beeindruckt von der Wortgewalt des Klimaforschers und versprach, die benachbarten Stadtwerke würden für Sitzungen der EWO ihre Räume zur Verfügung stellen. Im Übrigen sei durch den Einzug der EWO in das ehemalige Pförtnerhaus des alten Kraftwerks der Kreis geschlossen. „Wir machen da weiter, wo wir irgendwann mal aufgehört haben“, sagte Mummert. Im alten Kraftwerk, der altehrwürdigen, leer stehenden Layritz-Halle, sei früher die Kohle verheizt worden zur Stromversorgung der Bundesbahn. Jetzt kümmert sich die EWO um die moderne Energieversorgung für die Region. Stadtbaumeister Justus Klement verwies in diesem Zusammenhang auf die energetische Sanierung alter Gebäude, mit der die Stadt derzeit beschäftigt sei, und sagte: „Das ist unser Beitrag.“ Und Wirtschaftsförderer Rolf Beuting regte einen „Wettstreit unter den Penzberger Betrieben“ an. Dabei solle es um die Energieeffizienz im Handel gehen. „Eine fantastische Idee!“, lobte Seiler. Dafür gebe es EU-Fördermittel, die wegen fehlender Förderbedingungen jedoch nie abgerufen würden, bedauerte der Klimaexperte. Er forderte Beuting auf, ein derartiges Pilotprojekt in Penzberg zu initiieren.

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