Der Knoten ist drin

Ein heimtückisches Gewächs besiedelt Habach

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Fühlt sich pudelwohl in Habachs Gewerbegebiet: der Japanknöterich.

Penzberg/Habach –Wohlgeformte grüne Blätter, zarte weiße Blüten. Eigentlich ist der Japanische Staudenknöterich ja ganz hübsch, eine Zier. Nicht jedoch in den Augen der Penzberger Naturschützer, die das Gewächs aus Fernost nun in Habach entdeckt haben.

Eigentlich wurzeln sie ja in der Erde, doch gelegentlich gehen sie dann doch auf Wanderschaft. Selbstredend machen sich die Pflanzen nicht eigenständig auf die Reise, sie werden, sei es bewusst oder unbewusst, von Menschen mit- und schließlich in fremde Länder eingeschleppt. Als invasive Neophyten werden jene unbeliebten Einwanderer bezeichnet, die ihren neuen Nachbarn, den heimischen Pflanzen, oftmals viel Ärger machen. 

Es ist ja nicht so, dass es sich bei den Neuankömmlingen um zarte Pflänzchen handelt, im Gegenteil, manche der Gewächse explodieren geradezu und breiten sich großflächig auf den Flächen aus. Die heimischen Pflanzen haben dann das Nachsehen. Das Indische Springkraut, die Kanadische Goldrute oder auch der Riesen-Bärenklau finden sich dann an Orten, an denen sie nichts zu suchen haben, zum Beispiel in Habach, wo die Penzberger Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) auf reges Treiben des Japanischen Staudenknöterichs gestoßen ist. „An den Anblick von Drüsigem Springkraut und Goldrute hat man sich fast schon gewöhnt und die Bekämpfung oftmals aufgegeben“, meint Hannelore Jaresch, die Vorsitzende der BN-Ortsgruppe. Doch dass sich nun auch noch das Japanische Gewächs dazugesellt, ist den Umweltfreunden dann doch zu viel. „In beängstigender Geschwindigkeit“, so Jaresch, breite sich die Pflanze im Habacher Gewerbegebiet Mühltal und an der Bundesstraße B472 aus. Denn auf einem „gestörten Boden“, wie man ihn auf Baustellen findet, fühlen sie sich besonders wohl. 

Klammheimlich ist der Knöterich keineswegs nach Europa gekommen, im 19. Jahrhundert wurde er als Zierpflanze aus China, Korea und Japan importiert. Heute ist die Pflanze aber eine ungeliebte Zier. Doch sich mit dem Knöterich im heimischen Garten anzulegen, erfordere „Entschlossenheit und Ausdauer“, betont Jaresch. Die Bekämpfung ist oft ein mehrjähriger Prozess. So rät der BN, die Pflanze noch vor der Blüte mehrmals zu mähen, denn dadurch werde den Sprossen unter der Erde die Energie geraubt.

Gelegentlich zeigen sich bei Spaziergängen in der Natur auch Flächen, welche mit schwarzen Kunststofffolien abgedeckt sind. Diese sollen „den Trieben des Knöterichs das Licht nehmen“, erklärt Jaresch. Wer nun aber zuhause im Garten keine schwarze Fläche ausbreiten will und zum Mäher greift, der sollte sich bewusst sein, dass die Pflanzenteile in der Biotonne oder auf den Kompost durchaus zur Blüte kommen können.Auch auf den Ausgleichsflächen des Gewerbegebiets soll der Japanknöterich nun sein Zeitliches segnen, schließlich sind die Flächen für heimische Arten und die Wiederherstellung verloren gegangener Biotope bestimmt, und nicht für den Eindringling aus Fernost. ra

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