Spirituelle Heimat

Tag der offenen Moschee an der Bichler Straße

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„Heimisch fühlen wir uns in der Regel dort, wo wir uns im Alltag frei bewegen können“: Imam Benjamin Idriz beim Mittagsgebet.

Penzberg – Seit 1997 wird der Tag der offenen Moschee auf Initiative des Koordinationsrats der Muslime immer am 3. Oktober bundesweit ausgerufen. Und fast von Anfang an mit dabei ist die Islamische Gemeinde Penzberg.

Auch in diesem Jahr nutzten wieder zahlreiche Interessierte diese Gelegenheit, die Gemeinde, aber auch die Moschee an der Bichler Straße kennenzulernen. Viele andere nutzten den Tag aber auch, um den islamischen Freunden einfach mal einen Besuch abzustatten. 

Laut dem Koordinationsrat zeigt der Aktionstag, welche Beiträge Muslime zu einem friedlichen Miteinander in der Gesellschaft leisten. Nun, das ist in Penzberg so längst nicht mehr nötig, denn der Stellenwert der Islamischen Gemeinde ist unverkennbar, die Ökumene mit den christlichen Kirchen wird im öffentlichen Leben groß geschrieben. Dennoch: Das diesjährige Thema „Menschen machen Heimat/en“ ist aber auch in Penzberg aktuell. Denn dass die Integration in der Stadt überraschend gut funktioniert, liegt auch an einer steten Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat“. Imam Benjamin Idriz griff dies im Rahmen des Mittagsgebets auf und erklärte, dass Heimat „nicht nur geographisch, sondern durchaus auch spirituell zu sehen ist“. Heimat sei aber auch etwas, was man gestalten könne, vor allem über Sprache. „Heimisch fühlen wir uns in der Regel dort, wo wir uns im Alltag frei bewegen können, ohne viel darüber nachdenken zu müssen“, so Idriz. Im Umkehrschluss fühle man sich überall dort fremd, wo man stets auf der Hut sein müsse, nicht aus Versehen in ein Fettnäpfchen zu steigen, „weil wir die Sprache nicht verstehen oder uns bestimmte Normen nicht bekannt sind“. Das spürten ganz besonders jene, die ihre Heimat nicht freiwillig, sondern wegen Krieg, Verfolgung oder Natur- und Umweltkatastrophen verlassen haben. 

Die besten Beispiele für das Gefühl von Heimat lieferten, so Idriz weiter, die Geschichten der Propheten. Obwohl sie von Flucht und Vertreibung handelten „sind es gleichzeitig Erfolgsgeschichten, zeigen sie uns doch, wie es gelingen kann, einen anderen als den Herkunftsort als Heimat zu finden und diesen mit zu gestalten“. 

Und das tun die Mitglieder der Islamischen Gemeinde in Penz­berg schon lange, wie die Besucher an einer umfangreichen Presseschau sehen konnten. Darüber hinaus gab es beim Tag der offenen Moschee wieder viel Gelegenheit für Gespräche – sei es bei Führungen, am Buffet oder bei den Gebeten, an denen man teilnehmen konnte. arr

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