Dem Handel helfen

Anna Gmelin bietet Webdienst „drawlk“ kostenlos an

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So einfach funktioniert „drawlk“: Im Laden das Spielwarenregal fotografieren, der Kunde kringelt dann ein, was genau er haben möchte.

Penzberg – Anna Gmelin ist Architektin und eine pfiffige Frau. Da sie in ihrem Büro gleich neben dem Museum viel Online-Beratung macht, hat sie vor ein paar Jahren den Webdienst „drawlk“ entwickelt, der deshalb so seltsam heißt, weil man damit sowohl zeichnen (draw) wie auch sprechen (talk) kann.

Der Clou dabei: Zwei Personen können dabei in Echtzeit an PC, Laptop, Smartphone & Co. miteinander kommunizieren und dabei auch noch auf Dokumente oder Fotos auf dem Bildschirm herumdeuten und herumzeichnen. Was eine große Erleichterung für interaktive Besprechungen bieten soll, kann aber auch dem Einzelhandel in Zeiten von Corona ein wenig über die Durststrecke helfen. Gmelin stellt deshalb „drawlk“ nun allen Penzber­ger Unternehmen ein Jahr zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. 

Was sich kompliziert anhört, ist ganz einfach: Unter www.drawlk.de meldet man sich kostenlos an, wartet auf die Bestätigungsmail und gibt die E-Mail-Adresse des gewünschten Gesprächspartners ein. Ist der noch nicht angemeldet oder gerade nicht eingeloggt, bekommt er eine Einladung – und schon geht‘s los. Auf diese Weise lassen sich Besprechungen selbst mit komplex strukturierten Dokumenten wie Bauplänen einfach und interaktiv gestalten. „Und noch dazu garantiert virenfrei“, sagt Anna Gmelin und meint damit nicht eine Schadsoftware für Computer. Bei „drawlk“ handelt es sich nicht um eine Software, sondern einen Webdienst, für den man auch keine App herunterladen muss. Man benötigt lediglich einen aktuellen Browser.

Sehr gut sei „drawlk“ auch für den Nachhilfeunterricht etwa in Mathematik, so Gmelin, weil der Lehrer dem Schüler mit ein paar Strichen beim Lösen einer schwierigen Aufgabe auf die Sprünge helfen kann. Gerade weil „drawlk“ so universell einsetzbar ist, kam Gmelin letztlich auf die Idee, ihren von der Corona-Pandemie gebeutelten Unternehmerkollegen eine kostenlose Nutzung dieses Dienstes anzubieten. „Gerade in Zeiten der Ausgangsbeschränkung ist es halt sehr praktisch, wenn man eine Besprechung wie am Konferenztisch abhalten kann“, sagt die Architektin. 

Aber nicht nur das, auch der Einzelhandel könne von „drawlk“ profitieren, wobei Gmelin vor allem jene Läden im Blick hat, die über keinen eigenen Online-Shop verfügen. Wer also beispielsweise seinem von den Corona-Beschränkungen gelangweilten Kindern eine Freude mit einem neuen Spielzeug machen möchte, kann sich mit dem Laden seiner Wahl verbinden. Der Verkäufer macht dann während der Kommunikation mit dem Kunden mit seinem Smartphone ein Foto von der Ware im Regal. Dann braucht der Nachwuchs nur noch das Objekt der Begierde auf der Zeichenfläche anzukreuzen. Dass dies beinahe für alle Warengruppen und auch auf der Baustelle oder für Fernwartung jeglicher Art funktioniert, versteht sich von selbst. „Ich möchte damit dem Handel und allen anderen Firmen ein Werkzeug an die Hand geben, mit dem sie die augenblickliche Ausnahmesituation vielleicht etwas besser bewältigen können. Für mich ist das eine Form der Nachbarschaftshilfe“, betont Gmelin. la 

Wer als Unternehmer mit Sitz in Penzberg „drawlk“ nutzen möchte, sendet eine E-Mail an mail@draw2talk.com und erhält nach der Anmeldung den Business Account mit großem Datenvolumen für ein Jahr kostenlos, ohne damit eine weitere Verpflichtung einzugehen.

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