AWO-Ortsverein zieht positive Bilanz und bereitet sich auf die 100-Jahr-Feier vor

Geschichten unterm Lindenbaum 

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Sieht die AWO gut aufgestellt: die Ortsvorsitzende Ute Frohwein-Sendl (links) mit Claudia Hörbrand von der Ökumenischen Sozialstation Peißenberg.

Penzberg – Erst ein kleiner, dann ein großer Rückblick: Auf der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt sprachen die Mitglieder über Aktivitäten und Geschehnisse der vergangenen Monate. Damit dürften sie sich schon einmal warm machen für eine große Rückschau im kommenden Jahr.

Die wichtigsten Aktivitäten der vergangenen zwölf Monate sowie detaillierte Informationen zur Pflegeversicherung standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die Ortsvorsitzende Ute Frohwein-Sendl dankte allen aktiven Mitgliedern für ihr Engagement, denn nur so sei das wieder sehr umfangreiche Programm zu realisieren gewesen. „Ihr seid die gute Seele unseres Ortsvereins“, lobte sie und fuhr fort: „Ihr erledigt eure Arbeit stets im Stillen, ohne Aufsehen und mit einer Selbstverständlichkeit, Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft, die vorbildlich sind.“ 

Ein großes Lob für die geleistete Arbeit gab es auch vom dritten Bürgermeister Ludwig Schmuck. Ohne die AWO wäre die Stadt „ärmer und kälter“, sagte er. Zur verfahrenen Situation über die Betriebsträgerschaft des Seniorenzentrums an der Gartenstraße äußerte er sich nur kurz und betonte, dass die Stadt immer das Ziel gehabt habe, „für die Bewohner und das Personal das Beste zu erreichen“. Auch für die AWO stehe das Wohl der Menschen im Mittelpunkt, erklärte Ute Frohwein-Sendl. Man habe deshalb stets auf den Standpunkt des Ortsvereins hingewiesen, und dieser sei klar und eindeutig gewesen: „Das Seniorenzentrum muss in der Trägerschaft eines Wohlfahrtsverbandes bleiben, am besten bei der AWO, da sich diese Zusammenarbeit nun seit über 40 Jahre bewährt hat.“ Man habe dringend vor einem privaten Träger gewarnt, „der nur die Rendite vom Bau von Seniorenwohnungen im Blick hat“. Wie es den Anschein hat, werde eine verbindliche Klärung der Situation jetzt vom Landgericht München II vorgenommen. 

Claudia Hörbrand, Geschäftsführerin der ökumenischen Sozialstation Peißenberg, ging als Gastrednerin auf die neuesten Entwicklungen beim Thema Pflegeversicherung ein. Unter anderem wies sie darauf hin, dass es nötig sei, den Antrag für das Landespflegegeld 2018 bis zum 31. Dezember dieses Jahres zu stellen. Voraussetzung sei allerdings eine Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2 und höher. Die Erstattungsleistungen, die 125 Euro pro Monat betragen, könnten für die Kurzzeitpflege oder einen anerkannten Dienstleister verwendet werden. Wenn allerdings drei Pflegedienste aus Zeitmangel abgesagt hätten, sei es auch möglich, die Leistung für nicht ausgebildete Kräfte abzurufen. Außerdem sei es wichtig darauf zu achten, „dass es Bestandschutz für nicht erbrachte Leistungen nur für einen gewissen Zeitraum gibt“. Hörbrand empfahl dies bei der Pflegekasse zu erfragen. 

Dass der Ortsverein mit derzeit 260 Mitgliedern der größte im Landkreis Weilheim-Schongau ist, freute Ute Frohwein-Sendl besonders. Sie betonte aber auch, „dass neue Mitglieder stets willkommen sind“. Unverändert große Bedeutung misst die Ortsvorsitzende den regelmäßigen Angeboten bei, darunter die Kleider-Zentrale für Jung und Alt, der AWO-Stammtisch, der Senioren- und der Freizeitclub, der Krankenhausbesuchsdienst, der Strickkreis, die Arbeitsgruppe Integration und das Lernpatenprojekt. „Das alles ist bestens etabliert und wird gut angenommen“, so Frohwein-Sendl. Nur das monatliche Treffen „Wir gehen gemeinsam Mittagessen“ musste vorübergehend eingestellt werden.

Im kommenden Jahr wird neben der Stadt Penzberg auch die AWO 100 Jahre alt. Der Ortsverein möchte dieses Jubiläum gebührend feiern und am 4. Mai zu Ehren der AWO-Gründerin Marie Juchacz eine Linde pflanzen. Geplant ist auch eine Broschüre mit „AWO-Geschichte(n) unterm Lindenbaum“, in der Begebenheiten von und mit der Penzberger AWO ihren Platz finden sollen. Wer dafür selbst nicht zu Stift und Papier greifen möchte, der kann sich beim Festhalten seiner Geschichte von Christine Blümke unterstützen lassen. mk

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