Flach, aber wirksam

Janusz-Korczak-Schule setzt ganz auf eigenen Strom

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Stolz auf ihre Nummer 16: Planer Michael Hildebrandt (links) von der Firma actensys und EVA-Geschäftsführer Fritz Raab (rechts).

Penzberg – In einem sonnengelben Mantel spazierte Landrätin Andrea Jochner-Weiß in die Janusz-Korczak-Schule. Damit hätte sie glatt aufs Dach steigen können, um der Schule viel Strom zu bescheren. Denn dank des Landkreises und der EVA findet sich dort eine neue PV-Anlage, größer als die alte.

Freilich, die Bedingungen sind nicht ganz optimal, denn das Dach der Janusz-Korczak-Schule ist nach Nordwesten ausgerichtet und recht flach. Doch auch darauf lässt sich eine sonnenenergietankende Anlage setzen. „Heute lohnen sich auch Anlagen, die nicht die optimalen Voraussetzungen vorfinden“, betont Fritz Raab, Geschäftsführer der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallgesellschaft (EVA), die vom Landkreis Weilheim-Schongau vor über zehn Jahren damit beauftragt wurde, auf Dächer von Schulen, Amtsgebäuden und auf Freiflächen, Photovoltaikanlagen zu bauen. 15 solcher Anlagen der EVA tankten bis vor wenigen Wochen Sonnenenergie. Nun sich es seit gut einem Monat 16, denn auf dem Dach des sozialpädagogischen Förderzentrums ist nun eine weitere Anlage dazugekommen. Dabei wurde dort bereits im Juni 2010 die erste Anlage montiert, mit einer Modulleistung von 33 kW. Diese kostete damals 98.000 Euro, genauso viel wie die neue Anlage mit der dreifachen Modulleistung. 

„Nun werden wir rund 85.000 kWh im Jahr produzieren“, freute sich Raab bei der offiziellen Inbetriebnahme. Land­rätin Jochner-Weiß formulierte die Leistung der Anlage etwas anschaulicher, immerhin umzingelte sie die Klasse 4/5 mit neugierigen Blicken. „22 Vier-Personen-Haushalte können nun mit Strom versorgt werden“, lächelte sie, und zum Lächeln hatte sie allen Grund. „Der Landkreis hat nicht den eigenen Geldbeutel aufmachen müssen“, betonte Raab mit Blick auf die Anlage, die aus Rücklagen der EVA finanziert wurde. Bei 16 Anlagen sind das immerhin Kosten von rund 3,3 Millionen Euro. 

Damit viel Strom, von dem rund 20 Prozent die Schule selbst verbrauchen wird, produziert werden kann, wurde dort ordentlich gewerkelt. „Der Großteil wurde in den Herbstferien gemacht, in außerordentlich kurzer Zeit“, erinnerte sich Raab. Und die Arbeiten, die dann noch während der Schulzeit getätigt wurden, waren für Rosemarie Daxlberger gar kein Problem: „Der Schulbetrieb wurde nie gestört.“. Die Handwerker seien sehr rücksichtsvoll ihrer Arbeit nachgegangen, lächelte die Schulleiterin. ra

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