Cleverer Knöterich

Ein Neophyt weiß in Penzberg Wurzeln zu schlagen

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Grün getarnt, aber nicht unentdeckt: Der Japanische Staudenknöterich am Schwadergraben.

Penzberg – Er scheint immer einen Weg zu finden, in die Erde zu gelangen und schließlich sprießend aus dieser herauszubrechen: der Japanische Staudenknöterich. Obwohl die Stadt Penzberg immerzu bemüht ist, die Ausbreitung invasiver Pflanzen zu bekämpfen und zurückzudrängen, hat der ungeliebte Neophyt wieder schöne Plätzchen gefunden, um Wurzeln zu schlagen. Um den Knöterich in die Schranken weisen zu können, sind nun alle Gartenbesitzer gefragt.

Sowohl am Schwadergraben als auch entlang des Säubachs am Schlossbichl gedeiht die Pflanze, die in China, Japan und Korea weit verbreitet ist. Im 19. Jahrhundert wurde der Japan-Knöterich „als Futter- und Zierpflanze, als Deckungspflanze und auch zur Böschungssicherung importiert“, weiß Andreas Wowra, im Rathaus zuständig für die Grünordnung.Der Großteil der Pflanze, etwa zwei Drittel der Biomasse, befindet sich in unterirdisch wachsenden Rhizomen, die Ausbreitung erfolgt in rasantem Tempo über die Wurzelausläufer, „bis zu zwei Meter pro Jahr“, so Wowra. Dabei scheint der Pflanze kein Hindernis im Weg zu sein, denn selbst Straßen und Wege kann der clevere Knöterich dadurch unterwandern und, wenn es darauf ankommt, „sogar Fundamente und Mauern sprengen“, berichtet Wowra. 

Viele Bestände entwickeln sich aus nicht ordnungsgemäß entsorgten Gartenabfällen oder bei Erdbauarbeiten und Hochwasser. Damit dem Knöterich Einhalt geboten werden kann, müssen nun auch private Grundstückseigentümer mit Maßnahmen aktiv werden, indem sie Ausbringungen vermeiden, „denn diese Pflanzen­art wird häufig mit Erde, Gartenabfällen, Baumaterial und ungereinigten Baumaschinen verbreitet“, sagt Wowra. Weil der Knöterich unterirdisch so gut Fuß fassen kann, ist es mit einer einfachen Mahd nicht getan. „In den ersten Jahren sind acht Arbeitsgänge erforderlich, um den Knöterich nachhaltig zu schwächen“, weiß der Mann von der Grünordnung. Wenn die ungeliebten Sprossen eine Höhe von etwa 40 Zentimeter erreicht haben, sollte bereits gemäht werden. Die Maschinen und Werkzeuge müssen nach der Mahd gründlich gereinigt werden, das Schnittgut sollte im Restmüll landen oder sogar verbrannt werden. „Ausdauer und Geduld sind hier wichtig“, sagt Wowra.ra 

Weitere Infos gibt es bei Andreas Wowra unter Tel: 08856/813225 oder per E-Mail an andreas.wowra@­penzberg.de.

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