Geklickt, gehört, gesprochen

Job- und Ausbildungsmesse stießen online auf reges Interesse bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern

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Am Schreibtisch statt am Messestand: Michael Bihle und Lisa Hegen, die pädagogischen Leiter in der Kindertagesstätte Spatzennest, und Alexander Randl, Filialleiter bei der Franz & Wach Personalservice GmbH.
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Am Schreibtisch statt am Messestand: Michael Bihle und Lisa Hegen, die pädagogischen Leiter in der Kindertagesstätte Spatzennest, und Alexander Randl, Filialleiter bei der Franz & Wach Personalservice GmbH.

Penzberg – Nicola Schackmann strahlte, als sie vergangenen Mittwoch auf ihren Computerbildschirm schaute. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Ausbildungsmesse und die daran anschließende Jobmesse, welche Schackmann gemeinsam mit ihren Kolleginnen von „Neuorientierung null-acht 12“ und Angelika Zott-Endres vom Berufsorientierungsprojekt „Passgenau“ organisierte, ins Digitale verlegt werden. Ein paar Stunden vor dem Start herrschte bereits reges Treiben auf dem Portal. Und Schackmann war schon vor Beginn erleichtert.

In einer höheren Stimmlage als gewöhnlich sagte Schackmann Mittwochmittag freudig: „Es haben sich schon viele eingeloggt“. Da war es gerade erst 13.30 Uhr, in eineinhalb Stunden sollte die Ausbildungsmesse starten, um 18.30 Uhr die Jobmesse. Schackmann hoffte angesichts der über 100 teilnehmenden Unternehmen, dass die Plattform, auf welcher sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer begegnen sollten, auch im digitalen Raum funktionieren wird. Und das tat es dann auch, rund 460 Interessierte informierten sich über verschiedene Unternehmen, nicht wie gewohnt an Messeständen, sondern indem sie das jeweilige Firmenprofil aufriefen, „wir konnten knapp 10.000 Profilklicks verbuchen, im Durchschnitt hat also jeder 16 Profile angeklickt“, sagt Schackmann am Tag darauf. Und per Mausklick konnte dann auch unkompliziert gechattet werden. Neben Gesprächen wurden aber auch Vorträge, Workshops und Job-Speed-Datings ins Virtuelle verlegt. Wobei sich bei der Ausbildungsmesse nur wenige an ein Bewerbungsgespräch via Videokonferenz herantrauten, „da war man ein bisschen schüchtern“,weiß die städtische Wirtschaftsförderin Monique van Eijk. Bei der anschließenden Jobmesse zeigten sich die Interessierten dann schon gesprächiger. 

So saß etwa Alex­ander Randl, Filialleiter bei der Franz & Wach Personalservice GmbH, in seinem Büro mit Headset auf dem Kopf und plauderte. „Es war ein sehr intensiver und umfangreicher Abend“, sagt Randl, der vielen potenziellen Bewerbern am Bildschirm begegnete. Die Motivation, aus welcher seine Gesprächspartner eine neue Stelle suchten, war ganz unterschiedlich, „von der Umorientierung bis hin zum Verlust der Arbeit aufgrund der Corona-Pandemie“, so Randl, der sich nun auf weitere und intensivere Kontakte in den kommenden Tagen freut. Auch die Kindertagesstätte Spatzennest war unter den vielen Arbeitgebern zu finden. „Für uns hat sich bei der Ausbildungsmesse leider nichts ergeben“, bedauerte Michael Bihle, pädagogischer Leiter des Kindergartens, kurz vor Beginn der Jobmesse, auf die er dann seine Hoffnung setzte. „Die Online-Messe ist in der derzeitigen Situation eine gute Idee gewesen“, resümiert er schließlich. 

Gewesen ist wohl aber nicht der treffende Ausdruck, denn „es ist noch nicht vorbei“, sagt van Eijk. Das Job-Event soll noch vier Wochen online bleiben. „Wir haben uns auch schon überlegt, es dauerhaft anzubieten“, verrät Schackmann, die kaum glauben kann, wie viel Zuspruch die Plattform, die binnen vier Wochen aufgebaut wurde, erhalten hat. ra

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