Uniformierte Töne 

Polizeiorchester Bayern spielt in Penzberg

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Kommt für ein Benefizkonzert nach Penzberg: das Polizeiorchester Bayern.

Penzberg – Perfekt gebügelt dürfte die Uniform der Penzberger Polizisten am Abend des 8. Dezembers sein, wenn die blaue Montur als schicker Anzug herhalten darf. Denn dann kommt das Polizeiorchester Bayern in die Stadthalle, 45 Meister der Musik, die Gutes tun wollen, nicht nur für die Ohren.

 Es ist schon ein paar Jahre her, dass Jan Pfeil bei Bürgermeisterin Elke Zehetner mit einer Idee anklopfte. Der Leiter der hiesigen Polizeiinspektion wollte unbedingt das Polizeiorchester Bayern nach Penzberg holen. Den Berufsmusikern, allesamt Beschäftigte bei der Polizei, die sich Benefizkonzerten verschieben haben, hatte Pfeil schon ein paar Mal gelauscht, mit Begeisterung. „Ich kriege da jedes Mal Gänsehaut“, schwärmt er, der selbstredend den Konzerten, wie seine Kollegen, stets in Uniform beiwohnt. Da sei er selbst auch schon ein paar Mal gefragt worden, welches Instru­ment er denn spiele. „Ich spiele zwar Gitarre“, schmunzelt der Penzberger Polizeichef, „aber nicht auf dem Niveau.“ Pfeil fasste sich einmal ein Herz und fragte Dirigent Johann Mösenbichler, der als Generalmusikdirektor der bayerischen Polizei firmiert, nach einem Konzert einfach, ob das Orchester nicht auch mal nach Penzberg kommen könne. Gesagt, geplant und schon bald getan. 

Ein Engagement, das viel kostet, möchte man meinen. Dem ist aber nicht so, das international besetzte Sinfonieorchester kommt völlig unentgeltlich in die Stadthalle. „Der Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt“, sagt Thomas Sendl, der als Chefkoordinator der Veranstaltungen zum 100-jährigen Stadtjubiläum das Konzert mitorganisiert. Dafür hat er allein für die Vorbesprechung einen Tag im Polizeipräsidium in München verbracht. Ein Aufwand, den Sendl gern in Kauf nimmt, schließlich wollen die Musiker nicht nur Geld für einen wohltätigen Zweck zusammenbringen, sie wollen auch keinen Cent an Kosten verursachen. „Sie verzichten sogar auf ein Essen“, sagt Sendl. Statt sich bewirten zu lassen, begnügen sich die 45 studierten Berufsmusiker mit stillem Wasser. Für die Stadt ist es daher selbstverständlich, dem Orchester die Stadthalle kostenlos zur Verfügung zu stellen. Eigentlich sollte es in die größere Christkönig-Kirche gehen, was terminlich jedoch nicht geklappt habe, bedauert Sendl. Nun stehen lediglich 340 Plätze zur Verfügung, „von denen wir ausgehen, dass sie alle besetzt sein werden“, betont Sendl. 

Und während hinter der Bühne in der Stadthalle das stille Wasser keinen Ton von sich gibt, wird es auf der Bühne umso lauter, wenn das sinfonische Blasorchester Modest Mussorgskis Klavierzyklus sowie Filmmusikklassiker aus „Star Wars“ oder „Die glorreichen Sieben“ erklingen lässt. „Die spielen jedes Mal ein anderes Programm“, lächelt Pfeil. Rund 50 Mal im Jahr blasen die Musiker in Saxophon und Posaune, rund eine Viertelmillion Euro kommt so für wohltätige Zwecke Jahr für Jahr zusammen. 

Im Falle von Penzberg soll der Förderverein der Freude des Krankenhauses von den Einnahmen profitieren. „Wir haben gar keine Arbeit, aber Benefit“, freut sich die Vereinsvorsitzende Regina Bartusch. Denkt sie an die Spenden, so weiß sie schon jetzt, wohin das Geld fließen soll. „Wir wollen den Außenbereich schön gestalten“, sagt Bartusch, die sich unter anderem vorstellen kann, eine Blumenwiese an der Patientenanfahrt anzulegen. Das Drumherum soll also aufgehübscht werden, um die Aufenthaltsqualität zu steigern, welche nicht „im Bett“ aufhöre, findet Bartusch. ra 

Am 8. Dezember gastiert das Polizeiorchester Bayern um 18 Uhr in der Stadthalle. Karten sind im Vorverkauf in der Buchhandlung Rolles erhältlich und kosten 20 Euro (ermäßigt 18 Euro). Auch in der Galerie sind Plätze zu 15 Euro verfügbar.

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