Abenteuer in Venedig

Zwei Zusatzvorstellungen für „Herr der Diebe“

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Eine verschworene Gemeinschaft: die Kinderbande um ihren Anführer Scipio.

Penzberg – Die ewige Jugend, scheinbar der Wunschtraum eines jeden auf der Erden Wandelnden. Scheinbar. Scipio dagegen wünscht sich nichts sehnlicher, als sein 13-jähriges Ich hinter sich zu lassen. Ein ungewöhnliches Verlangen, das die Theaterer der Gruppe „Lampenfieber“ da auf die Bühne brachten.

Wer kennt nicht die Geschichten von Momo, Pippi Lang­strumpf oder Peter Pan, in denen die Hauptfigur nicht erwachsen werden will? Mit Scipio ist es anders. In Cornelias Buch „Herr der Diebe“ wünscht sich der dreizehnjährige Scipio sehnlichst eine Fahrt auf dem magischen Karussell, das ermöglicht, älter zu sein. Nach „Tintenherz“ vor sieben Jahren wagten sich die 22 Darsteller der Jugend­theatergruppe „Lampenfieber“ nun an ein zweites Stück von Cornelia Funke. Die Karten für die Aufführungen in der Probebühne waren dabei so schnell weg, dass Regisseurin Daniela Allnoch zwei Zusatzvorstellungen nachschob. 

„Du bist also wirklich der Herr der Diebe“, sagt der Fremde leise. „Nun gut, behalte die Maske auf, wenn du dein Gesicht nicht zeigen möchtest! Ich sehe auch so, dass du sehr jung bist.“ Der 13-jährige Scipio ist Anführer einer Kinderbande, die in einem leerstehenden Kino Unterschlupf gefunden hat und die Brüder Prosper und Bo aufnimmt. Ihren Lebensunterhalt stellen sie mit Diebstählen sicher, wobei sich meist der „Herr der Diebe“ um die Waren kümmert, welche die anderen bei Barbarossa in Geld umwandeln. In der zweiten Hälfte geht das Stück immer mehr ins Fantasy-Genre über, denn ein geheimnisvoller Auftrag entpuppt sich immer mehr als ein gefährliches Unterfangen. Die Gemeinschaft der Bande scheint fast an ihm auseinanderzubrechen. 

Lara Schweiger und Valentin Lenk als junger und älterer Scipio transportieren mit großer Überzeugung die Themen Selbständigkeit, Anerkennung und Unabhängigkeit. Doch was wäre Scipio ohne seine Bande mit den Kindern Wespe, Riccio, Mosca und Caterina? Und ohne Barbarossa, die Detektivin Victoria Getz, die im Auftrag von Tante und Onkel Hartlieb die beiden Kinder Prosper und Bo aufspüren soll? Sehenswert sind auch die aufwendigen Bühnenbilder und detailreich umgesetzten Masken, schließlich spielt das Stück im wunderbaren, abenteuerlichen und geheimnisvollen Venedig. 

Die ausverkauften Vorstellungen sind ein Beweis dafür, dass nicht nur das Stück selbst ein Publikumsmagnet ist: ein würdiges Geschenk zum 15. Geburtstag der Jugendgruppe, die im Übrigen nicht nur für ein gleichaltriges Publikum spielt. Der großen Nachfrage wegen bietet die Theatergruppe am Freitag, 4. Oktober, um 18 Uhr und am Sonntag, 6. Oktober, um 17 Uhr zwei Zusatzvorstellungen an; Karten dafür gibt es ab sofort im Café Freudenberg. sg

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