Oregano gegen das Böse

„Die magische Feder“: Im zweiten Band fordert Anna Matheis Sympathie für den Feind

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Hat wieder zur Feder gegriffen: die Jungautorin Anna Matheis.

Iffeldorf – Hexen, Vampire und andere sagenhafte Gestalten lassen sie einfach nicht los: Die Untersöcheringerin Anna Matheis hat nach ihrem Erstlingsroman „Die magische Feder“ nun einen zweiten Teil veröffentlicht. Und ein dritter Band ist auch schon in der Mache.

Vom Wald geht es ins Moor, vom Dickicht in den Morast: Helena verschlägt es immer wieder in die dunklen Ecken der „Vampirischen Region“. Doch als Frau von Lorenzo, dem König der Fabelwelt, und als begabte Hexe scheut sie kein gefährliches Abenteuer. Ein Glück, denn das nächste wartet bereits auf sie.Nach ihrem Debütroman „Die magische Feder“ schickt Jungautorin Anna Matheis aus Untersöchering ihre Heldin Helena abermals in die düsteren Gefilde der Zauberwelt – in Begleitung der magischen Feder. 

Sie hat es zwar auch schon mit Kriminalromanen versucht, doch nach wenigen Seiten folgte die Schreibblockade: Die Kindergärtnerin Anna Matheis ist und bleibt eine Fantasy-Autorin. Andere Genres liest sie zwar durchaus gerne, doch schreiben kann sie völlig befreit nur in Gesellschaft von Blut­saugern, Hexen und anderen fabelhaften Wesen. Andernfalls „fehlt da was“, lacht Matheis. Vermutlich der Zauber. Den lässt sie nun wieder aufkommen, im zweiten Teil ihrer Reihe „Die magische Feder“ mit dem Titel „Die Reise zum ewigen Moor“. 

Diesmal schickt Anna Matheis die Heldin los, um ausgerechnet den Erzfeind Silas, einen machthungrigen Blutsauger, aus der Verbannung im ewigen Moor zu befreien. Doch nicht nur in dieser Befreiungsaktion warten auf Helena Gefahren, ihre Identität als Hexe droht entlarvt zu werden, denn ein Journalist möchte die in der Menschenwelt als verschollen Geltende ausfindig machen. Aber Helena ist gewappnet, als Hexe kann sie nicht nur zaubern, sondern hat auch eine magische Feder als treue Begleiterin. 

Der wissbegierige Reporter ist eine neue Figur in der Geschichte und trägt Charakterzüge von Andi, Matheis‘ kleinem Bruder. Wie bereits im ersten Teil der als Trilogie geplanten Reihe besetzen viele Familienmitglieder und Freunde der 25-Jährigen diverse Rollen. Hommage und Inspiration scheinen dabei die Gründe zu sein, weshalb Vater, Mutter & Co. einen Weg auf das Papier der jungen Autorin finden. Nicht nur in ihrer Erinnerung, auch literarisch lebt auf diese Weise Matheis‘ verstorbener Großvater Lorenz in Gestalt des Königs Lorenzo weiter. Ihr Freund Alfio findet sich zwischen Kuchen und Torten in einer Konditorei wieder, und während Irmgard im Buch Helenas beste Freundin ist, steht sie im wahren Leben Matheis stets zur Seite. 

„Viele verbinden die Geschichte mit meiner Familie“, erklärt die Kindergärtnerin und schmunzelt: Ihr Nachbar habe sie sogar gefragt, ob ihre Mutter ein uneheliches Kind habe, da die Prota­gonistin Helena in dem Buch nicht nur einen Bruder, sondern auch eine Schwester hat, Matheis aber keine. Doch nicht nur die Verwandtschaft, auch die Heimat wird abermals Teil des magischen Geschehens. So geht Helenas Familie nach einer Bergtour im eiskalten Walchensee schwimmen und hunderte Meter höher, auf dem Herzogstand, läuft es Wanderern eiskalt den Rücken hinunter, denn dort scheint es zu spuken. Durch die Familie und das heimische Umfeld, in dem Matheis Eindrücke und Erfahrungen aus ihrem Leben in die Handlung aufnimmt, gewinnt ihre fantasiereiche Geschichte hin und wieder reale Züge oder zumindest reale Bezüge. 

Meistens taucht Matheis während der Mittagspause in ihre Zauberwelt ein. Und einen Tag in der Woche hat sie sogar zu ihrem Schreibtag erklärt und dafür ihre Arbeitszeit verkürzt. Schreiben, das „könnte ich den ganzen Tag“, meint die Kindergärtnerin. Und dafür braucht sie nicht einmal Ruhe, selbst in einer geräuschvollen Umgebung lässt sie den Füller auf dem Papier rollen oder drückt die Buchstaben auf der Tastatur unter lebhaftem Klappern. „Mich stört Lärm um mich herum überhaupt nicht“, lacht sie. Vielleicht hat ihr die Arbeit als Kindergärtnerin zu dieser akustischen Gelassenheit verholfen. Lediglich beim Überarbeiten, wenn das Geschriebene aus dem Lektorat in ihre Hände zurückkehrt, braucht sie ein wenig Stille. 

Nicht nur am Schreibtisch entspinnen sich Ideen, wohin es ihre Figuren als nächstes treiben könnte, sondern überall. Deshalb trägt Anna Matheis immer ein Notitzbuch bei sich. Und darin finden sich bestimmt schon die ersten Kritzeleien für den dritten Band, denn dass dieser kommt, steht für sie außer Frage. Ein paar Seiten sind schon verfasst. Und auch recherchiert hat sie schon fleißig, nun weiß sie zum Beispiel, welche Kräuter Helena vor Bösem schützen könnten: „Oregano“, grinst sie. Was für ein Glück, denn daran dürfte es in der „Vampirischen Region“, die mitten in Italien liegt, nicht mangeln. ra

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