Für das große alte Haus

In Penzberg werden heuer ungewöhnlich viele Straßenbaumaßnahmen durchgeführt

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Beim Glasfaserausbau im Rahmen des Bundesförderprogrammes (grüne Markierung) werden noch bis Dezember zum Teil auch Straßen und Gehwege saniert. Doch nicht nur dort, wo Glasfaserkabel verlegt werden, geschieht viel in Penzberg Stadtbild: 1. Wankstraße und Anwohnerstraßen: Trinkwasser, Abwasser, Glasfaser, Straßenbau (voraussichtliche Bauzeit bis Oktober 2020) 2. Fischhaberstraße und Anwohnerstraßen: Trinkwasser, Abwasser, Glasfaser, teilweise Straßenbau/Gehweg­- neubau (bis Dezember 2020) 3. Reindl – GEP: Trinkwasser, Abwasser, Glasfaser, teilweise Straßenbau (ab September 2020) 4. Baugebiet Birkenstraße West: Trinkwasser, Abwasser, Glasfaser Fernwärme, Straßenbau (bis Juli 2020) 5. Wölflstraße: Trinkwasser, Abwasser, teilweise Straßenbau/Gehwegneubau (September bis November 2020) 6. Reindl: Trinkwasser, Glasfaser, Straßenbau (bis September 2020) 7. Baugebiet Daserweg: Trinkwasser, Abwasser, Glasfaser, Straßenbau (bis November 2020) 8. Karlstraße/Philippstraße: Trinkwasser, Abwasser, Glasfaser Fernwärme, teilweise Straßenbau (bis Oktober 2020) 9. Birkenstraße; Fernwärme, teilweise Straßenbau (bis September 2020) 10. Josef-Boos-Halle: Fernwärme, Entwässerung Parkplatz (bis Juni 2020)

Penzberg – Johannes Jauß, stellvertretender Ordnungsamtsleiter im Penzberger Rathaus, schmunzelt, als er die Zahlen vorliest: Im vergangenen Jahr seien in den ersten fünf Monaten 82 Straßenbaumaßnahmen in der Stadt durchgeführt worden, heuer seien es im selben Zeitraum 209. „Da sind die Staatsstraßen noch nicht einmal enthalten“, betont Jauß. Und da mag es kaum verwundern, dass neben Jauß gleich eine ganze Mannschaft im Rathaus erläutert, wieso gerade heuer so viel in beziehungsweise unter der Stadt getan wird.

Ein einstimmiges Nicken geht durch die Runde und ein Grinsen ist bei Bürgermeister Stefan Korpan, Pressesprecher Thomas Sendl, Stadtbaumeister Justus Klement, Jens Weißflog von der Abteilung Tiefbau im Stadtbauamt und Jauß zu erkennen, als Stadtwerke-Mann Florian Stauder Penzberg mit einem großen und alten Haus vergleicht: „Es muss bewohnbar bleiben, manchmal wird es zu klein oder es passt nicht mehr, weil es neue Anforderungen gibt“, sagt Stauder und erklärt damit sehr bildlich, weshalb das scheinbar hie und da in die Jahre gekommene Penzberg saniert, optimiert und erweitert werden muss, zumindest mit Blick auf die vielen Straßenbaumaßnahmen, die heuer und teilweise noch in den nächsten Jahren ausgeführt werden. Eine Liste mit knapp ein Dutzend Projekten wird nun an die Wand des großen Sitzungssaales im Rathaus projiziert. Diese zeigt, was wo gemacht wird, Maßnahmen in den Bereichen Abwasser, Fernwärme, Trinkwasser und Glasfaserausbau sowie im Straßen- und Gehwegbau in Reindl, im Zentrum, an der Birkenstraße oder auch an der Fischhaberstraße. Viele Baustellen an vielen Orten. 

Recht nüchtern erläutern die Männer das Vorgehen, ehe Straßen gesperrt, Asphaltdecken aufgerissen und Anschlüsse verlegt werden, und sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen und Umleitungen herumschlagen dürfen. Über die Presse wird die breite Masse informiert, es erfolgt eine genaue Absprache mit Rettungsorganisationen und betroffene Anlieger werden gesondert kontaktiert, schriftlich und oft auch persönlich. „Es gibt auch spezielle Ansprechtermine“, sagt Tiefbauexperte Jens Weißflog, der betont, wie eng verzahnt Stadt und Stadtwerke bei den vielen Maßnahmen agieren. Durch die unzähligen Absprachen ziehen sich die Maßnahmen zwar oft in die Läge, dafür sei das Ergebnis aber nachhaltiger, so Weißflog. Stauder nickt, „es braucht sehr, sehr viel Abstimmung“. Auch damit trotz Baustellen und Sperrungen Rettungsfahrzeuge die Häuser und Busse die Haltestellen anfahren können. Viel Abstimmung verlangt auch Michael Futterknechts Arbeit ab, vor allem mit den Bayernwerken. Der Fachbereichsleiter für Glasfaser erläutert nun in aller Ausführlichkeit, wo in Penzberg bereits Glasfaserkabel verlegt wurde, wo dieses gerade verlegt wird und wo es verlegt werden soll. Von über 17 Kilometer Tiefbau sei etwa die Hälfte schon geschafft. „Bis jetzt haben wir es geschafft, wir sind mit allen Maßnahmen im Zeitplan“, so Futterknecht. Für die bereits verlegten Kabel wurden rund 2,3 Millionen Euro ausgegeben, wobei 50 Prozent vom Bund übernommen werden, und noch einmal zehn Prozent vom Freistaat Bayern. Heuer werden knapp eine Million Euro in den Glasfaserausbau investiert. Oft werde aber auch mitverlegt, „damit wir neu versiegelte Straßen nicht wieder aufreißen müssen“, sagt Futterknecht. 

Deutlich mehr als der Glasfaserausbau verschlingen die Tiefbaumaßnahmen, „grob 20 Millionen Euro“, schätzt Stauder, wobei er nicht allein auf das laufende Jahr, sondern auch die darauffolgenden blickt, in die sich manche Projekte ziehen. Auf 3,722 Millionen Euro belaufen sich dagegen die Kosten für die Straßenbaumaßnahmen, die heuer durchgeführt werden, an der Wankstraße, der Fischhaberstraße, der Wölfstraße, der Karlstraße beziehungsweise der Philippstraße und in Reindl, nicht eingeschlossen in die Rechnung sind das Baugebiet Birkenstraße sowie das Baugebiet Daserweg. 

Von einer Fülle an Baumaßnahmen spricht da Bürgermeister Stefan Korpan, wenn er auf die lange Liste der Projekte blickt. Der Rathauschef betont, dass Einschränkungen und Verkehrsbehinderungen wie diese „keine Schikane sind, sondern Investitionen in die Zukunft der Stadt“. Und die Stadt soll schließlich ein großes, aber kein altes Haus bleiben. ra

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