Ein Zeichen gesetzt

„Fridays for Future“: Studenten der KSH protestieren gegen die Umweltpolitik

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„Wir haben es satt“: Jan-Phillip van Olfen (links) vom Umweltreferat der KSH rief vor rund 70 Leuten lautstark zu mehr Klimaschutz auf.

Benediktbeuern – Mit Pappschildern und in Warnwesten zogen sie durch Benediktbeuern, um aufmerksam zu machen, auf das, was in der Umweltpolitik falsch läuft. Studenten der Katholischen Stiftungshochschule erhoben im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung ihre Stimmen. Und sie waren nicht allein.

„Gemeinsam sind wir eine Bewegung, die in die Geschichtsbücher eingehen wird“, ruft Jan-Philipp van Olfen in die Menge. Und: Er habe Hoffnung, es gemeinsam schaffen zu können. Hoffnung, dass eine Kehrtwende in der Umweltpolitik und im Umweltbewusstsein jedes einzelnen den Lebensraum Erde noch retten kann. Van Olfen ist laut, ebenso wie Anja Neuner vom Umweltreferat der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) in Benediktbeuern. Mit weiteren Studenten gingen sie im Rahmen der „Fridays for Future“- Bewegung im Klosterdorf auf die Straße, um unter anderem für bessere und schnellere Klimaschutzmaßnahmen zu demonstrieren. 

Es war eine bunt gemischte Truppe, die sich am Freitagmittag durch das Klosterdorf schlängelte. Vorneweg zogen die Studenten der KSH mit leuchtenden Warnwesten, durch das Megafon riefen sie abwechselnd Parolen wie „Hop, hop, hop, Kohle stopp“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“. Ein Zug von rund 70 Leuten bewegte sich von der Klostergärtnerei über die Prälaten- und Asamstraße zur Dorfstraße und sammelte sich am Dorfplatz vor dem Pfarrheim zu einer Kundgebung. Neben den Studenten waren auch zahlreiche Eltern mit kleineren Kindern, die selbstgemalte Tafeln in den Händen hielten, gekommen. Ebenso einige Rentner, die die Bewegung begeistert verfolgten, sowie Benediktbeuerer, die sich schon länger für den Umweltschutz im Dorf einsetzen. Nur die Schüler fehlten. „Wir haben nicht bei den Schulen angefragt“, so Anja Neuner, „eine Schülerin hätte zwar sprechen wollen, aber die durfte nicht kommen.“ 

Auf dem Dorfplatz bildete die Gruppe einen großen Kreis, um auch hier in gemeinsamen Sprechgesängen lautstark auf die Missstände in der Umweltpolitik aufmerksam zu machen. „Wir dürfen nicht nur in den Städten protestieren, sondern müssen es auch hinaus ins Land und auf die Dörfer tragen“, so Jan-Phillip van Olfen. „Wir haben es satt!“, rief er aus, „so kann es nicht weitergehen!“. 

Das Umweltreferat der KSH ist eine Gruppe von rund zehn Studenten, die sich für Nachhaltigkeit sowie bessere Information und Vernetzung zu diesem Thema stark machen. Durch einen Sitz im Allgemeinen Studierendenausschuss haben sie schon einiges in der KSH bewegt. So wurde auf ihr Ansinnen hin ein Veggie-Day in der Mensa eingeführt, sie bieten ökologisches Catering an, haben eine Ökolandkarte erstellt, die aufzeigt, wo man in der Umgebung plastikfrei, regional und biologisch angebaute Lebensmittel einkaufen kann und sie organisieren zweimal im Jahr Kleidertauschpartys und Do-it-yourself Abende. „Jeder einzelne kann so viel tun, es braucht manchmal nur Menschen, die Zeichen setzen und anstoßen“, so Anja Neuner. Und das ist den Organisatoren durchaus gelungen. Nach Abschluss der Kundgebung standen jedenfalls zahlreiche Teilnehmer Schlange vor den beiden Hauptrednern Neuner und van Olfen, um sich für ihren Einsatz zu bedanken, sprachen Mut zum Weitermachen zu und boten ihre Mithilfe für Folgeveranstaltungen an. au

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