Kein Müll in den Nonnenwald

Und was glüht da? In Augsburg ist es Biomasse, wie es sich für ein Biomasseheizkraftwerk gehört, das die Penzberger im Sommer inspizierten. So etwas und nichts anderes soll auch im Nonnenwald möglich sein.

In Penzberg wird es keine Müllverbrennungsanlage geben, auch wenn das Biomasseheizkraftwerk im Nonnenwald gebaut und eines Tages womöglich nicht mehr rentablen betrieben werden kann. Mit dieser Aussage reagierte Bürgermeister Hans Mummert auf entsprechenden Befürchtungen von Bertram Kölsch. Der Vorsitzende der Bürger für Penzberg (BfP) hatte in einer Pressemitteilung erklärt, dass es für den Betreiber eines solchen Kraftwerks ein Leichtes sei, die Anlage für die Verbrennung von Müll zu nutzen. Mummert reagierte darauf nun im Bauausschuss äußerst ungehalten und sagte: „Das ist fast eine Verdummung der Bevölkerung.“

Wer heute davon spreche, dass irgendwo in Bayern eine Müllverbrennungsanlage gebaut werde, so der Rathauschef, der verkenne völlig die Marktlage. Aus dem Landkreis Weilheim-Schongau etwa würden nach Angaben der EVA GmbH nur noch zehn Prozent des Restmülls einer thermischen Verwertung zugeführt. Wegen des erfolgreichen Kreislaufwirtschaftsge- setzes mit den hohen Wiederverwertungsquoten, sagte Mummert weiter, „lechzen die Betreiber von Müllverbrennungsanlagen derzeit geradezu nach Material“. Aus diesem Grund sei die Verbrennung alleine aus wirtschaftlicher Sicht völlig uninteressant. Mummert erinnerte zudem daran, dass man sich in den neunziger Jahren erfolgreich gegen eine solche Anlage im Landkreis gewehrt habe. „Da kann doch keiner ernsthaft davon ausgehen, dass wir uns so etwas nach Penzberg holen.“ Wenn die BfP hier nun „unbegründete Ängste“ schürten, dann sei dies ein „unseriöses Szenario“, kritisierte Mummert. Und zwar alleine deshalb schon, weil die Bevölkerung der Stadt eine Müllverbrennungsanlage ohnehin nicht widerstandslos schlucken würde. Doch so weit werde es in Penzberg gar nicht kommen, kündigte der Bürgermeister an. Dazu stehen der Stadt verschiedene Instrumente zur Verfügung, wie Wirtschaftsförderer Rolf Beuting vor dem Bauausschuss sagte. Das beginne schon damit, dass man den Bau einer Müllverbrennungsanlage im Kaufvertrag für das Grundstück ausschließe. „Am effektivsten ist aber die Bauleitplanung“, erklärte Beuting. Die Regierung von Oberbayern empfehle den Penzbergern für das Biomasseheizkraftwerk die Ausweisung eines Sondergebietes für die Energieerzeugung aus regenerativen Rohstoffen. „Analog dazu wird die Regierung dazu die Genehmigung erteilen. Dann haben wir eine doppelte Absicherung“, betonte Beuting. Darüber hinaus widerspricht der Wirtschaftsförderer dem BfP-Chef Kölsch ganz entschieden im Hinblick auf die Umwandlung von einem Heizkraftwerk in eine Müllverbrennungsanlage: „Das ist sehr aufwändig, weil die technischen Voraussetzungen extrem unterschiedlich sind. Das rechnet sich nicht“, erklärte Rolf Beuting. Bürgermeister Mummert verteidigte mit Blick auf die Energiewende noch einmal den ange- dachten Bau des Biomasseheizkraftwerks, dessen Realisierung aber davon abhängt, ob sich der mögliche Betreiber mit Roche über die Abnahme der Prozesswärme einigt. Sollte dies der Fall sein, „dann werden wir die Bevölkerung von vorne bis hinten aufklären“, betonte der Rathauschef. „Da wird nichts unter den Tisch gekehrt.“ Und wenn es Sinn mache, dann werde sich die Stadt über die Stadtwerke auch finanziell an dem Projekt beteiligen. „Warum auch nicht?“, fragte Mummert und schob hinterher: „Es ist doch legitim, wenn man damit Geld verdient“. Und sollte das Kraftwerk eines Tages nicht mehr rentabel betrieben werden können, dann sei der Stadtrat gefordert, „die Parameter zu setzen, dass auch in diesem Fall eine Müllverbrennungsanlage ausgeschlossen wird“, so Mummert.

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