Einfach nur Routine

Rattenköder mitten in Penzberg: Keine Plage, sondern Präventivmaßnahme

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Köder am Schwadergraben: Die Stadtwerke sind derzeit auch dort den Ratten auf der Spur, am wohlsten fühlen sich die Tiere aber in Abwasserleitungen.

Penzberg – Nein, der Biber, der in Steigenberg unverdrossen sein Werk verrichtet, hat keinen Nachwuchs bekommen, wie so mancher in den letzten Tagen vermutet hat. Nun gut, vielleicht gibt es tatsächlich kleine Biber, aber jene poussierlichen Tiere, die zuletzt gesichtet wurden, sind Ratten.

Ratten werden derzeit im Stadtgebiet gejagt. Immer mehr Leute fragen sich deshalb, ob Penzberg von einer Rattenplage heimgesucht wird. „Nein, definitiv nein. Wir haben kein Problem mit Ratten“, betont Johannes Jauß aus dem Ordnungsamt im Rathaus mit Nachdruck. Dass derzeit im Stadtgebiet vermehrt Rattenköder aufgestellt wurden, sei eine reine Routinemaßnahme der Stadtwerke. Schließlich fühlt sich die Wanderratte (Rattus norvergicus), um die es hier hauptsächlich geht, am wohlsten in der Kanalisation. „Deshalb führen die Stadtwerke immer wieder Bekämpfungsaktionen durch. Das geschieht rein präventiv, damit es eben zu keiner Rattenplage kommt“, unterstreicht Jauß.

In der Regel sei man dabei bemüht, die Köder verdeckt aufzustellen, weshalb in der Vergangenheit auch kaum einer von derartigen Maßnahmen etwas mitbekommen hat. Jetzt aber wurden am Schwadergraben, auf dem Teilstück zwischen der Bichler Straße und der Stadthalle, zwei Köder für jedermann sichtbar an Bäumen direkt neben dem Weg angebracht. In dem Köder befindet sich Futter, das mit dem Wirkstoff Antikoagulantum versetzt wurde. Schnappt eine Ratte hier zu, wird innerhalb von rund sechs Stunden ihre Blutgerinnung außer Kraft gesetzt, das Tier verblutet innerlich. Ist zwar nicht schön, aber nach Expertenmeinung die wirkungsvollste Methode. Dieses Rattengift ist zwar für Menschen und andere Tiere nicht lebensbedrohlich, die Herstellerfirma Biebl & Söhne aus Taufkirchen empfiehlt aber dessen ungeachtet, Kinder und Haustiere davon fern zu halten und bei „versehentlicher Aufnahme“ einen Arzt zu kontaktieren. 

Dass manche Anwohner im Stadtteil Steigenberg zuletzt vermehrt Ratten gesehen haben, sei aber nicht auf die dort derzeit ruhenden Arbeiten an der Kanalisation zurückzuführen, bestätigt Bürgermeisterin Elke Zehetner. In der Tat scheint es so zu sein, dass die Tierchen dort alle von einem Privatgrundstück stammen, auf dem es noch eine Versitzgrube gibt, in der sich die Ratten offenbar ganz besonders wohlgefühlt haben. la

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