„Keine Bürger zweiter Klasse“

In den Außenbereichen von Penzberg geht es nun an den Breitbandausbau

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Süßer Spatenstich mit Lebkuchenherzen: Stadtwerkechef Josef Vilgertshofer, Bürgermeisterin Elke Zehetner, Annette Schumacher von ateneKOM, Stadtwerkeverwaltungsrat Wolfgang Sacher, Planer Martin Simonetti und Projektleiter Michael Futterknecht (von links).

Penzberg – Oft sind es vielleicht nur ein paar Häuser, doch auch die wollen versorgt werden. Nicht mit Wasser oder Strom, denn beides fließt selbstredend schon lange in den Außenbereichen von Penzberg, sondern mit schnellem Internet.

Die Stadt Penzberg investiert nun kräftig in das Unterfangen, „die letzten weißen Flecken“, so Bürgermeisterin Elke Zehetner, mit Breitband auszustatten. Sankt Johannisrain, Edenhof, Schönmühl, Obermaxkron, der nördliche Daserweg, Nantesbuch, Zachenried, Neu-Kirnberg, der Frauenrainer Weg und Vordermeier, das sind die zehn Gebiete, die sich schon bald über das Neuste vom Neuen freuen dürfen, zumindest in Sachen Highspeed­internet. 36,3 Kilometer Glasfaserkabel sollen in den kommenden Monaten verlegt werden, teilweise in offener Bauweise und damit im Graben, teilweise geschlossen in Form von Bohrung beziehungsweise Pressung. „Die Außenbereiche erhalten eine ganz besondere Qualität“, ist sich Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer beim Spatenstich sicher. 87 Wohneinheiten profitieren dann von dem Breitbandausbau, der 2,41 Millionen Euro kostet. Abzüglich der Förderungen von Bund und Land bleiben dann noch rund 900.000 Euro, welche die Stadt tragen muss. Viel Geld für gerade einmal knapp 90 Wohneinheiten in den Randbezirken, doch die Anwohner seien schließlich „keine Bürger zweiter Klasse“, betont die Rathauschefin. Dass das Geld gut angelegt ist, glaubt auch Gert Vorwalder: „Das Beste, was eine Gemeinde tun kann, ist in Glasfaser zu investieren“, sagt der Geschäftsführer des Internetanbieters komro, die Firma, die künftig für die Gigabits rund um Penzbergs Zentrum verantwortlich ist. 

„Die ersten Meter haben wir schon geschafft“, freut sich Vilgertshofer, der ein Ende der Baumaßnahmen im Oktober 2020 sieht, wobei man die Belange des Naturschutzes und der Landwirtschaft selbstredend „auf dem Schirm hat“. Mit Glasfaserkabeln seien die Anwohner nun „nachhaltig und zukunftssicher aufgestellt“, glaubt auch Annette Schumacher, Geschäftsführerin des Digitalisierungsspezialisten ateneKOM. In naher Zukunft müssen die Anwohner der betroffenen Gebiete aber erstmal mit mehr Verkehr und Lärm rechnen als sie es in ihrer idyllischen Randlage gewohnt sind. ra

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