Theaterstück sensibilisiert Jugendliche für Burnout

Einfach abschalten

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Jedes bunte Kissen steht für eine der Personen, die an Amira zerren, während Matteo als imaginärer Freund ihr gleich zu einem Ausweg verhilft.

Penzberg – Die Schattenseiten des Lebens im Scheinwerferlicht einer Bühne erhellen: Darsteller des Kinder- und Jugendtheaters EUKITEA wagten sich in einem Stück an eine Thematik heran, die selbst bei Erwachsenen nicht selten unter dem Mantel der Verschwiegenheit gehalten wird. 

Depressionen und Burn-out sind Themen, die auch vor Jugendlichen nicht halt machen. Das Kinder- und Jugendthea­ter EUKITEA hat sich dieser Problematik angenommen und das Stück „Am Rande des Regenbogens“ entwickelt, das nun auch die Penzberger Mittelschüler begeisterte. 

Rund 100 Jugendliche aus den 7. und 8. Klassen füllten den Mehrzweckraum der Mittelschule und verfolgten, wie Kathrin Müller in die Rolle der Amira schlüpfte, während Giorgio Buraggi zu Matteo wurde. Ohne viel Worte brachten die beiden verschiedene Schattierungen des Lebens auf die Bühne: tiefen Kummer, negative Gedanken, aber auch schulische und häusliche Überforderung durch Eltern und Lehrer. Mit wechselnden Kopfbedeckungen schlüpften Müller und Buraggi zudem in die Rolle des inneren Ratgebers, des unsichtbaren Freundes, der ihnen frech und doch mit viel Herz den inneren Spiegel vorhielt. Als Amira in ihrem Lebenskreis von Eltern, Freunden, Lehrern hin und her gezogen wurde, holte der Ratgeber sie auf ein Plateau, um alles mit Abstand von oben zu betrachten. „Hier oben fühle ich mich so frei“, ruft Amira. 

Matteo hingegen wird zu Hause mit Aufgaben überschüttet, dann soll er auch noch lernen und für seine Freunde da sein. Leider kann er nicht Nein sagen und bricht irgendwann unter der Last fast zusammen, bis sein imaginärer Freund ihn in seinen inneren Raum führt. Dort kann er abschalten, und er lernt obendrein, dass er nicht immer für alle da sein muss. Beispiele wie diese zogen die Jugendlichen in ihren Bann, selten waren jedenfalls 100 Schüler über den Zeitraum von mehr als einer Stunde so aufmerksam bei der Sache. Sie ließen sich mitreißen von Trauer, Wut, Freude und Begeisterung. Mit einem begleitenden Workshop am folgenden Tag wurden die Themen noch einmal durchgearbeitet und die Übungen an eigenen Problemen erprobt und vertieft. Auch die Eltern wurden miteinbezogen: sie bekamen das Theaterstück am Abend zu sehen, ehe über die Thematik diskutiert wurde. 

Möglich wurde dieses Programm durch die Unterstützung der Sparda-Bank München, die 60.000 Euro für 16 Schulaufführungen in Oberbayern zur Verfügung gestellt hat. Rektorin Bärbel Abenthum-Brandt freute sich, dass Penzberg dabei auch mit von der Partie war. „Es ist so wichtig, dass die Schüler über die Thematik aufgeklärt werden und Hilfsmöglichkeiten kennenlernen“, sagte sie. au

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