Projektstopp gefordert

Neuer Kinderhort: Elternbeirat der Grundschule protestiert gegen Pläne der Stadt

+
Bedrohtes Glück: Noch toben die Grundschüler auf dem großen Spielgelände.

Penzberg –Auf den ersten Blick scheint es eine gute Idee zu sein, dort mehr Betreuungsplätze zu schaffen, wo ohnehin schon viele Kinder lernen und toben. Doch der geplante Bau einer Kinderkrippe an der Birkenstraße stößt auf Protest.

Bürgermeisterin Elke Zehetner und der Stadtrat waren eigentlich zuversichtlich, dass der Bau einer neuen Kinderkrippe zwischen der Grundschule an der Birkenstraße und der Montessori-Schule der große Wurf sei, der alle zufrieden stellen werde: Kinder, Lehrer und Eltern. Doch die Mütter und Väter der Grundschule sind stinksauer: In einem von der Elternbeiratsvorsitzenden Christine Frank an Zehetner und den gesamten Stadtrat versandten offenen Brief machen sie ihrem Unmut Luft und fordern das Projekt zu stoppen. 

Die Entscheidung des Stadtrates für den Bau der Kinderkrippe habe den Elternbeirat der Grundschule „regelrecht überrollt“, heißt es in dem Brief. „Seitdem fühlen wir uns handlungsunfähig und machtlos.“ Resigniert nehmen die Elternvertreter zur Kenntnis, dass sowohl 200 gegen den Bau der Krippe gesammelte Unterschriften wie auch Gespräche mit den im Stadtrat vertretenen Fraktionen keine Resonanz zeigten: „Stattdessen wird der Bau weiter vorangetrieben.“ Aus Sicht des Stadtrates verständlich, benötigt man doch das Gelände der Container-Kindertagesstätte neben der neuen Sporthalle, um darauf das Parkhaus für das künftige Familienbad zu errichten. 

In dem offenen Brief erneuert der Elternbeirat zwar noch einmal seine Forderung, „die Bebauung auf dem Spielgelände der Grundschule zu stoppen“, zugleich gibt man sich aber auch realistisch und unterbreitet einen Alternativvorschlag: „Statt eine Kindertagesstätte auf dem Gelände zu errichten, favorisieren wir dort den Bau eines neuen Gebäudes für den AWO-Kinderhort.“ Das bestehende Gebäude des Kinderhorts neben der Grundschule könnte nach den Vorstellungen der Eltern „kurzerhand in einen Kindergarten umfunktioniert werden“. Damit könne man drei Probleme lösen: „Die Kindertagesstätte bekommt zum einen zeitnah eine neue Bleibe, zum anderen könnte der Hort größer gebaut werden sowie künftig mehr Kinder aufnehmen, und auch die Mittagsbetreuung könnte schließlich im Hortgebäude integriert werden“, heißt es in den Schreiben. Darüber hinaus erkennen die Elternvertreter weitere Vorteile: „Eltern mit einem oder mehreren Kleinkindern hätten einen geringeren Fußweg, auch die schlechten Anfahrtsmöglichkeiten würden entfallen. Zudem könnten die Größe des Pausenhofs und der Spielbereich erhalten bleiben, wenn das neue Hortgebäude näher an die Montessori-Schule rutscht und komplett zweistöckig ausgebaut würde.“ 

Neben der Lärmproblematik (schlafende Krippenkinder drinnen und tobende Schüler auf dem Pausenhof) befürchten die Eltern, dass bei der Realisierung des vom Stadtrat beschlossenen Neubaus die Grundschule schon bald an ihre Kapazitätsgrenze stoßen würde. „Wird die Kindertagesstätte planmäßig gebaut, gäbe es für die Grundschule keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr. Wir rechnen aber damit, dass durch das Neubaugebiet, das an der Wölflstraße entstehen soll, dem Standort an der Birkenstraße weitere Schulkinder zugewiesen werden. Das würde bedeuten, dass alle weiteren Jahrgänge mit drei (statt mit zwei) Klassen starten. Die Folge: das Schulhaus wäre komplett ausgebucht und es gäbe keine Ausweichmöglichkeiten in andere Räume.“ 

In dem offenen Brief appelliert der Elternbeirat schließlich an Bürgermeisterin und Stadtrat, „dass Sie sich unserer Sache noch einmal annehmen“. Es könne schließlich nicht sein, „dass wir in dieser Sache einfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind“. Deshalb hofft man nun auf einen „offenen Dialog“, um gemeinsam „eine gute Lösung“ zu finden. la

Auch interessant

Meistgelesen

Breitfilz: Stadt bevorzugt einen Verein, den aber wollen die Schrebergärtner nicht
Breitfilz: Stadt bevorzugt einen Verein, den aber wollen die Schrebergärtner nicht
Horrorfahrt eines Heilbrunners (34) in München: Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Drogenkonsum
Horrorfahrt eines Heilbrunners (34) in München: Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Drogenkonsum
FDP nominiert Stadtratsliste und unterstützt den CSU-Bürgermeisterkandidaten
FDP nominiert Stadtratsliste und unterstützt den CSU-Bürgermeisterkandidaten

Kommentare