An der eigenen Nase packen

Klimafrühling Oberland eröffnet: 114 Veranstaltungen bis zum 7. April

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Betonten zum Auftakt des Klimafrühlings Oberland die Notwendigkeit zum sofortigen Handeln: Wolfgang Rzehak, Cornelia Irmler, Elke Zehetner, Sandro Thiele und Landrat Anton Speer (von links).

Benediktbeuern – Klimafrühlingsgefühle bei den Menschen wecken, das wollen die Landkreise Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen sowie die Stadt Penzberg - mit 114 Veranstaltungen, die Wege in eine nachhaltige Zukunft ebnen sollen.

„Gemeinsam. Verantwortung. Hier!“ So lautet das Motto der Landkreise Miesbach, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und der Stadt Penzberg, die damit den Klimafrühling Oberland 2019 ins Leben gerufen haben. Mit insgesamt 114 Veranstaltungen in den kommenden drei Wochen sollen die Menschen im Zusammenspiel mit der Bürgerstiftung Energiewende Oberland über die Möglichkeiten des aktiven Gestaltens einer nachhaltigen und weiterhin lebenswerten Zukunft informiert werden. Zur Auftaktveranstaltung fanden sich am vergangenen Donnerstagabend im Allianzsaal des Benediktbeurer Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK) auch zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik ein. 

ZUK-Chef Pater Karl Geißinger begrüßte die Aktion: „Das gibt auch unserer Klostergemeinschaft neuen Schwung, uns mit dem Klimawandel zu beschäftigen.“ Zugleich äußerte er sein Unverständnis darüber, „dass das von manchen Menschen noch geleugnet wird“. In dem Wort Klima­frühling stecke die Hoffnung, dass es noch nicht zu spät sei: „Aber wir müssen jetzt damit anfangen, auch etwas dagegen zu tun“, forderte Geißinger. Überraschungsgast des Abends war Sandro Thiele, ein Schüler des Garmischer Werdenfels-Gymnasiums, der es mit seinen Mitstreitern geschafft hatte, innerhalb von nur fünf Tagen 1.300 Schüler für die Bewegung „Friday for Future“ zu mobilisieren. Sehr zum Wohlgefallen des Garmischer Landrats Anton Speer, der in der Podiumsdiskussion betonte: „Es ist nun sehr wichtig, den Kontakt mit der Jugend aufrecht zu erhalten. Jetzt ist die Politik gefordert.“ Und sein Miesbacher Amtskollege Wolfgang Rzehak sagte mit Blick auf die Jugendlichen: „Gebt nicht auf, euer Engagement ist gut!“ Die Schüler sollten sich aber darüber hinaus auch in der Kommunalpolitik engagieren, „um ihre Bestrebungen auf breitere Füße zu stellen“. Ähnlich äußerte sich auch Cornelia Irmer, die Sprecherin des Fachbeirats Energie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: „Die Jugend braucht starke Verbündete, wenn sie etwas durchsetzen will.“ 

Durchaus interessant waren auch die Antworten der Politiker, auf die Anfrage einer Schülerin, wie sie die Zukunft in der Tourismusregion Oberland sähen. Hier forderte Cornelia Irmer „mehr Radwege“ und sagte: „Wir können einen großen Teil unserer Mobilität mit dem Rad erreichen.“ Wolfgang Rzehak hingegen meinte: „Wir müssen vor allem die Schiene stärken. Zwar sind auch mehr Ladestationen in der Region für Elektroautos notwendig, aber dann sind halt immer noch zu viele Autos auf der Straße.“ Und die Penzberger Bürgermeisterin Elke Zehetner sah einen Anfang darin, dass ihre Stadt zum hundertjährigen Jubiläum der Stadt­erhebung ihren Bürgern 100 neue Bäume schenkt. 

Waren es im Vorjahr, bei der Premiere des Klimafrühlings, noch 70 Veranstaltungen so ist die Zahl heuer auf 114 angewachsen. Darunter befinden sich bis 7. April alleine 31 Workshops und Mitmachaktionen, viele davon an Schulen in der Region, angeboten, dazu kommen sieben Ausstellungen, 48 Vorträge und Diskussionsrunden 23 Exkursionen (vor allem zu Anlagen, die auf erneuerbare Energien setzen) und 14 Vorführungen eines Klimakinos. 

Dabei spannen die jeweiligen Themen einen weiten Bogen. Kernpunkte sind die (Elektro-)Mobilität, der umweltverträgliche Tourismus, der öffentliche Nahverkehr, das Fahrrad und ein plastikfreies Oberland. Doch auch eine Aktion unter dem Titel „Anderes Fasten, klimafreundliches Essen“ ist mit dabei. Sandro Thiele, der Schüler aus Garmisch, meinte jedenfalls: „Das Wichtigste ist aber, dass sich jeder einzelne an der eigenen Nase packt und schaut, was er selbst für die Umwelt tun kann.“ 

Nähere Informationen sowie den kompletten Veranstaltungskalender findet man im Internet unter www.klimafrühling.com. ejs

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