Kritik im Klinikgarten

Klinikum Penzberg: Einheimischer kritisiert die Abendbeleuchtung

Schneebedecktes Gelände inklusive Krankenhausgarten des Klinikums Penzberg
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Der Krankenhausgarten in Penzberg wird auch nachts von Kugellampen erleuchtet.

Penzberg – Immer wenn Joachim Rau zum großen Garten des Penzberger Klinikums schaut, ärgert er sich. Nachts brennen dort die Lampen. Das muss nicht sein, fordert Rau ein Abschalten. Doch das wird nicht geschehen: Die Holding Starnberger Kliniken begründet das Dauerlicht mit ihrer Verkehrssicherungspflicht in dem Gelände.

Joachim Rau kann es nicht nachvollziehen. „Penzberg rühmt sich immer wieder, die Energiewende zu fördern“, schreibt er an die Rundschau. Doch es werde vielerorten sinnlos Energie vergeudet, kritisiert der Penzberger. Rau wohnt unweit des Klinikums und war dort selber als Patient untergebracht. So konnte er folgende Beobachtung live machen: Im weitläufigen Krankenhausgarten stünden neun Kugellampen, „die den Garten und die Fassade des Klinikums die ganze Nacht in gleißendes Licht versetzen“. So schrieb es Rau im Oktober vergangenen Jahres an die Direktion.

Rau verwies auf ein seit August 2018 geltendes Gesetz, dass diese Praxis für unzulässig erkläre. Zudem sei der Garten eh ab 20 Uhr verschlossen und „deshalb von niemandem erreichbar“. Raus Forderung war eindeutig: Das Klinikum soll dafür sorgen, „dass die unsinnige Beleuchtung nach 20 Uhr ausgeschaltet“ wird. Der Penzberger hatte nach eigenem Bekunden schon öfters im Patientenbefragungsbogen auf den Umstand hingewiesen. Vergeblich, auch eine Antwort auf seine E-Mail bekam er nach eigener Aussage nicht.

Bei der Klinikholding verweist man auf Rundschau-Nachfrage auf das Bayerische Straßen- und Wegegesetz – und vor allem auf die Verkehrssicherungspflicht. Diese und die sicherheitsrechtliche Beleuchtungspflicht würde das Gesetz „weitgehend dem Ermessen der Gemeinden“ belassen, in welcher Form und wie lange Straßen beleuchtet werden, teilt Kliniksprecher Stefan Berger mit.

„Sichere Benutzung“

Auch das stundenweise Abschalten der Straßenbeleuchtung in der Nacht würde vom Ermessen der Gemeinde abhängen. Maßgebend dafür seien die „örtlichen Bedürfnisse und sonstigen örtlichen Verhältnisse“, heißt es aus der Starnberger Holdingzentrale. Ganz wichtig: „Verkehrswege im Freien und in Gebäuden sind für die Dauer der Benutzung ausreichend so zu beleuchten, dass eine sichere Benutzung gewährleistet ist“, so der Pressesprecher. Genau das ist im Fall des Krankenhausgartens der springende Punkt: „Auch in der Nacht werden die Außenwege auf dem Gelände des Klinikums Penzberg von den Mitarbeitern benutzt“, heißt es von den Klinikbetreibern. Sprecher Berger: „Um eine mögliche Sturzgefahr größtmöglich zu minimieren, wird die Beleuchtung nachts nicht abgeschaltet.“ Andreas Baar

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