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Klinikum Penzberg: „Impfskepsis“ bei Mitarbeitern gewichen - Zehn Patienten Corona-positiv

Penzberg Klinikum Haupteingang
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Das Klinikum in Penzberg.

Penzberg – Die Corona-Situation Klinikum Penzberg „hat sich beruhigt“. Das sagt der Ärztliche Direktor Dr. Florian Brändle. Immer mehr Mitarbeiter lassen sich impfen.

Brändle bricht eine Lanze für die Corona-Impfungen: „Es ist die Chance, dass wir das Virus in den Griff bekommen.“ Und so ging der Chef am 31. Dezember hausintern mit gutem Beispiel voran und ließ sich beim kurzfristig mit dem Johanniter-Impfzentrum in Peißenberg vereinbarten Termin die Injektion mit dem Biontech-Mittel setzen. Brändle ist einer von 66 Mitarbeitern die bislang an der Impfaktion teilgenommen haben. Für alle gab es am Donnerstag (21. Januar) die zweite Spritze. Ganz leicht war es nicht, die Belegschaft zu motivieren. Als die Leitung Anfang Dezember eine erste Abfrage unter der Belegschaft startete, waren „nur 40 bis 50 Prozent bereit“, erinnert sich der Chefarzt. Mittlerweile seien es über 70 Prozent, sagt Brändle. „Das ist sehr erfreulich.“ Geschäftsführer Claus Rauschmeier bestätigt: „Wir haben eine Impfskepsis gehabt. Die Mitarbeiter hatten Ängste.“ Nun konstatiert er einen „richtigen Stimmungsumschwung pro Impfung“. Ziel sei es, bis zu 150 der 200 Beschäftigten impfen zu lassen. Geimpft wird im Haus durch die mobilen Teams des Peißenberger Zentrums. Rauschmeier hebt die gute Zusammenarbeit hervor. „Das hat sich sehr gut eingespielt.“

Ärztlicher Direktor Dr. Florian Brändle ließ sich von Dr. Wilhelm Reißner impfen.

Was aber bleibt, ist der Engpass beim Impfstoff. Wie berichtet, mussten die Johanniter bereits Termine absagen, weil der Nachschub nicht kam. Auch der für das Klinikum: Zwei Tage vorher bekam Rauschmeier wegen Dosenmangels die Absage. Er ist jetzt optimistisch, dass der Termin für die restlichen Mitarbeiter in der kommenden Woche ab 25. Januar gehalten werden kann. Derweil meldet der Ärztliche Direktor eine Entspannung an der internen Corona-Front. „Die Situation hat sich beruhigt“, sagt Brändle. Stand Freitag (22.. Januar) wurden zehn positiv getestet Patienten in Penzberg betreut, fünf Mitarbeiter sind noch in der häuslichen Isolation. Laut Brändle waren bis zu 16 Mitarbeiter positiv getestet worden. Zur Sicherheit gibt es regelmäßige Tests bei der Belegschaft. Als Teststation dient der ehemalige Kiosk.

Warten auf mobile Teams

Unklar ist noch die vom Landratsamt angekündigte Corona-Impfmöglichkeit in Penzberg. Wie berichtet, sollen die Johanniter zwei Mal die Woche mit einem mobilen Team vor Ort sein. Geplant ist die Nutzung des erst im Herbst aufgestellten Containeranbaus am Klinikum. „Das ist noch nicht ganz finalisiert“, sagt Geschäftsführer Claus Rauchmeier. „Wir stehen bereit.“ Allerdings hängt alles von der Verfügbarkeit an Impfdosen ab. Rauschmeier beklagt eine „Mangelverwaltung“ . Eigentlich sollte es Anfang Februar losgehen. Was Rauschmeier bezweifelt: „Ich gehe nicht vor Mitte Februar aus.“ Andreas Baar

Zwei Isolierstationen eingerichtet

Zwei Isolierstationen sind im Klinikum eingerichtet: eine im Obergeschoss für Covid-Patienten und eine im Erdgeschoss für Verdachtsfälle. Auf der Intensivstation mit den vier Betten samt vier Beatmungsgeräten liegen (Stand 22. Januar) keine Corona-Fälle. Schwere Fälle werden eh an umliegende Krankenhäuser abgegeben, um die knappen Kapazitäten frei zu halten. Zwölf Covid-Fälle, meist Heimbewohner, wurden zur Entlastung in die Fachklinik Lenggries gebracht, die als Quarantäne-Einrichtung dient. „Das war eine deutliche Hilfe“, sagt Brändle. Nichtsdestotrotz hat die Penzberger Klinik ihr Angebot aus Platzgründen runterfahren müssen: Laut Brändle werden „nur minimale“ Operationen angeboten. „Es staut sich wahnsinnig an.“ Man braucht aber eine strategische Reserve für Notfälle. Andreas Baar

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