„Sprechstunde“ mal anders

Klinikum Penzberg: Neue Telefonberatung zu medizinischen Themen

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Setzt auf Telefonberatung: Ärztlicher Direktor Dr. Florian Brändle.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg – Der Pandemie sind auch die beliebten öffentlichen „Sprechstunden“ des Klinikums Penzberg zum Opfer gefallen. Jetzt soll es einen Ersatz geben – mit Experten und am Telefon.

Als Dr. Florian Brändle seinen Posten im Jahr 2007 am Penzberger Krankenhaus antrat, startete er schon kurze Zeit später mit einem besonderen Angebot: Regelmäßig gab es „Sprechstunden“. Immer öffentlich, mit Experten aus der Praxis und zu einem bestimmten Thema. Um die zehn Termine gab es jährlich, mehr als 100 Veranstaltungen kamen so seitdem zusammen. Die Resonanz war umgehend groß: „Das hing vom Thema ab“, sagt Brändle.

50 bis 200 Interessierte wurden im Vortragsraum des Klinikums gezählt. Gut liefen „Krankheitsbilder, die häufig sind“, erinnert sich der Mediziner. Das reichte von Wirbelsäulenproblemen bis Krebs, aber auch Patientenverfügungen interessierten. Die „Sprechstunden“ beim Kooperationspartner Roche zählten gar rund 1000 Besucher – Themen wie Tumor, Herz und Darmkrebs zogen an. Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit dem Biotech-Konzern „hochinteressant“ gewesen, betont der Ärztliche Direktor.

Über Gelenke und Füße

Neben seinem eigenen Sprechstunden-Thema stehen bei Dr. Florian Brändle für heuer bereits zwei weitere Kollegen und deren Spezialgebiet auf dem Zettel.

Dr. Florian Wolf, seit Jahresbeginn als Oberarzt unter anderem für Unfallchirurgie und Orthopädie tätig, ist als Ansprechpartner am Telefon vorgesehen. Sein Arbeitstitel: „Müssen es immer gleich künstliche Gelenke sein?“

Dr. Nicolai Gappa, unter anderem Diabetologe und Internist, würde rund um den „Diabetischen Fuß“ informieren.

Genaue Termine stehen aktutell noch nicht fest. ab

Aber dann kam Corona und das Aus für die beliebte Reihe. Brändle macht sich keine Illusionen: Er gehe davon aus, „dass es das Format in der normalen Form in diesem Jahr nicht mehr geben wird“. Trotzdem will er die interessierte Öffentlichkeit weiter über medizinische Themen informieren und „neue Gesichter“ am Klinikum vorstellen.

Brändle hat sich Gedanken gemacht und die Idee einer „Penzberger Experten-Sprechstunde“ entwickelt – am Telefon und rund eine bis anderthalb Stunden lang. Einmal im Monat soll es einen Termin geben. Der Start ist für Anfang Mai vorgesehen.

Pandemie erstes Thema

Mediziner Brändle hat sich bereits ein Thema ausgesucht: Pandemie. „Das ist so viel da zu der Frage“, lautet seine nicht überraschende Begründung. Brändle ist mit dem Virus und seinen Auswirkungen auch als offizieller Pandemiebeauftragter am Klinikum tagtäglich mit den Auswirkungen betroffen.

Start im Mai

Als erster Termin der neuen Reihe ist Mittwoch, 5. Mai, um 17 Uhr vorgesehen. Dr. Florian Brändle will über das Thema „Pandemie“ informieren. Die Telefonaktion soll eine Stunde dauern. Die Telefonnummer wird noch bekanntgegeben.

Das es die „Sprechstunden“, wenn auch lediglich in Einzelgesprächen am Telefon weiter gibt, ist für den Ärztlichen Direktor wichtig. Brändle hatte das Format stets bewusst genutzt, um das Krankenhaus – die Einrichtung verfügt im Normalfall nach Angaben des Betreibers Starnberg Kliniken über 100 Planbetten und versorgt jährlich rund 4700 Patienten – zu öffnen und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Für Brändle war es auch eine Gelegenheit, dass Patienten und Besucher einmal die Oberärzte kennenlernen konnten. „Das Krankenhaus muss in der Gesellschaft verankert sein“, betont der Chefarzt. Dafür hatten auch kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen in den Fluren gesorgt. Alles mit Erfolg, wie Brändle bekräftigt: „Das Interesse war groß.“

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