Seehofer lässt Salesianer jubeln

Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro

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Illustre Runde, die sich vor einem Jahr vor dem Südarkadentrakt aufreihte: Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (5. von links) setzte sich in der Jury für das Kloster Benediktbeuern ein, ihr Fraktionskollege Alexander Radwan (Mitte) und der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber schoben im Hintergrund an.

Benediktbeuern/Berlin – Auch wenn die Salesianer Don Boscos einem sehr weltoffenen Orden angehören, so sind die Pater zumeist doch eher zurückhaltende Personen. Übertriebenes Jubelgeschrei gehört nicht zu ihren Kernkompetenzen. Derlei ist auch nicht vom vergangenen Freitag überliefert, aber es darf sehr stark angenommen werden, dass die ehrwürdigen Mauern zumindest kurzzeitig von einem ganz gewaltigen Frohlocken erfasst waren. An diesem Tag nämlich hat Bundesinnenminister Horst Seehofer in Berlin eine Förderzusage über 7,62 Millionen Euro für das Kloster Benediktbeuern unterzeichnet. „Für uns ist das ein Meilenstein, der die drängende Sanierung des Südarkadentrakts finanziell absichert“, strahlte Klosterdirektor Pater Lothar Bily.

Mit seiner Unterschrift hat Seehofer das Kloster zu einem von insgesamt 26 zukunftsweisenden Projekten der Baukultur und des Städtebaus befördert, die durch sein Ministerium im Rahmen des rund 75 Millionen Euro schweren Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert werden. Als Glücksbote fungierte dabei der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan aus Rottach-Egern, der nach soeben überstandenem Herzinfarkt nun für den nächsten Aufreger, diesmal aber einen positiven, sorgte. „Als Bundestagsabgeordneter freue ich mich ganz besonders, dass es Förderprogramme auf Bundesebene gibt, die Kommunen und Landkreise dabei unterstützen, Projekte mit sehr hoher Qualität und überdurchschnittlichem Investitionsvolumen zu realisieren. Die drängende Sanierung des Südarkadentrakts ist nun finanziell gesichert“, freute sich Radwan, der die Bewerbung Benediktbeuerns in den vergangenen Monaten ebenso maßgeblich unterstützt hatte wie sein Landtagskollege Martin Bachhuber aus Bad Heilbrunn. 

Die Sanierung wird insgesamt auf rund 20,5 Millionen Euro veranschlagt, davon übernimmt der Bund nun mehr als ein Drittel. Darüber hinaus beteiligen sich neben der Ordensgemeinschaft der Salesianer auch das Erzbistum München und Freising, das Bistum Augsburg, die Gemeinde Benediktbeuern und der Bayerische Jugendring an dem Projekt. Einen Zuschuss erwarten die Salesianer zudem aus finanziellen Mitteln nach dem Denkmalschutzgesetz, die vom bayerischen Kunstministerium verwaltet werden. Bei seiner Entscheidung pro Benediktbeuern hat sich Seehofer an der Empfehlung einer interdisziplinär besetzten Jury aus Abgeordneten des Bundestags sowie Experten unterschiedlicher Fachrichtungen orientiert. Eine gewichtige Rolle spielte dabei die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, die Mitglied dieser Jury ist und vor einem Jahr nach Benediktbeuern gereist war, um weitere Finanzierungsmöglichkeiten für die Sanierung des Südarkadentrakts zu besprechen und sich vor Ort ein Bild zu machen.

 Diese Sanierung, die bis Ende 2023 abgeschlossen sein soll, ist eine von insgesamt rund 80 strukturellen und strategischen Maßnahmen im Rahmen des bis ins Jahr 2025 reichenden Masterplans für das Kloster Benediktbeuern. Dieses von dem ehemaligen Klosterdirektor Pater Claudius Amann maßgeblich entwickelte Konzept trägt dazu bei, einen zielgerichteten Einsatz der knappen finanziellen Ressourcen zu ermöglichen und das Kloster als geistliches Zentrum und Ort für Bildung, Begegnung und Kultur, aber auch als spirituellen, kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region langfristig, nachhaltig und wirtschaftlich zu sichern und zu stärken. Das übergeordnete Ziel ist die Weiterentwicklung des gesamten Klostergeländes, indem bestehende Gebäude strukturell an die Aufgaben angepasst, Synergieeffekte geschaffen und neue Nutzungsmöglichkeiten gefunden werden. 

Als er durch Radwan von Seehofers Unterschrift unterrichtet worden war, reagierte Klosterdirektor Pater Bily gerührt: „Wir sind dankbar für die vielfältige Unterstützung, die wir von Seiten der Politik, der Kirche sowie von vielen anderen Partnern und Förderern erhalten. Sie alle helfen uns, sicherzustellen, dass das Kloster Benediktbeuern auch weiterhin ein Ort voller Leben und mit einem jungen Herzen bleiben kann – ein Kloster für die Jugend.“ la

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