Ein Ticket vor dem Gebet

Kloster Benediktbeuern erhebt ab April Parkgebühren am Großparkplatz

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Der Großparkplatz am Kloster erhält eine Schrankenanlage. Ab April soll das Parken dann je nach Dauer und Benutzergruppe kostenpflichtig sein.

Benediktbeuern – Derzeit werden am Klosterparkplatz die Vorkehrungen dafür getroffen, die Gratisparkfläche in einen bewirtschafteten Parkplatz umzuwandeln. Als Grundeigentümer kann das Kloster auf dem Gelände schalten und walten, wie es möchte, auch wenn man im Dorf eher wenig begeistert davon ist.

Von Seiten des Klosters sucht man derweil nach einer verträglichen Lösung für die verschiedenen Nutzergruppen, der Besuch von Gotteshaus und Friedhof soll jedenfalls weiterhin kostenlos bleiben. Mit dem Parkplatz Gelder zu erwirtschaften, sei auf Drängen der Provinzialleitung schon länger im Gespräch, erzählt Klosterdirektor Pater Lothar Bily. Prinzipiell gebe es zwei Möglichkeiten, die Gebühren zu erheben, schildert Bily, wobei eine Variante eher nicht praktikabel sei: Die freie Zufahrt mit am Automaten gelösten Ticket, welches ins Auto gelegt wird. Dazu bedürfe es nämlich auch Kontrolleure, welche die Kennzeichen von Parksündern aufschreiben und speichern müssten, um gegen Wiederholungstäter Klage einzureichen. Realistischer sei die zweite Variante, nämlich das Betreiben einer Schranke, vor deren Ausfahrt man das Ticket am Parkautomat bezahle. Problematisch seien allerdings die vielen verschiedene Nutzergruppen, neben Friedhofsbesuchern und Kirchgängern sind dies Mitarbeiter des Klosters und der Hochschule, Studierende und Seminarbesucher, letztere auch mehrtägig. 

„Da versuchen wir, für jeden eine individuelle Lösung zu finden“, kündigt Bily an und setzt dabei ganz auf die moderne Technik in Form elek­tronischer Programmierung. So könnte es für Mitarbeiter und Kurs­teilnehmer Freitickets geben, für Studenten Monatskarten zu geringen Beträgen, für Friedhofsbesucher und andere Gäste wiederum grundsätzlich eine erste Gratisstunde. Auch an Kirchgänger hat der Pater gedacht und will für Sonntagspredigten oder Beerdigungen mit Requiem gleich zwei Stunden freischalten. Generell sei zu überlegen, ob die Zeitfenster für alle Besucher gelten oder man eine Trennung vorsehe. Dann brauche es allerdings eine eigene technische Lösung, „zum Beispiel einen Entwerter-Automaten an der Kirche, der sozusagen den Gottesdienstbesuch bestätigt“, sinniert Bily und betont, man habe noch keine definitive Lösung. Auch die Parkgebühren stünden noch nicht fest, wobei ihm eine Abrechnung nach Stunden, beginnend mit 50 Cent, dann exponentiell ansteigend bis etwa 10 Euro für ein Tagesticket, vorschwebe. 

Weil Omnibusse nicht durch die Schranken kommen, wird für 5 bis 6 Busse eine eigene Parkfläche auf dem angrenzenden Areal geschaffen. Der bestehende Parkplatz fasst dann etwa 200 Autos und erhält zudem Sonderparkzonen, nämlich Behindertenparkplätze, extra beleuchtete Frauenparkplätze und wenige Wohnmobilstellplätze. Das Kloster will zukünftig für die Instandhaltung der Parkfläche sorgen, damit Besucher „bei Regen nicht im Sumpf stehen“, wie Bily betont. Auch die Errichtung von Elektro-Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes sei für das zweite Quartal vorgesehen, berichtet er. Die Kostenpflicht fürs Parken soll im April beginnen, „das hängt davon ab, wie schnell wir uns einigen“, räumt der Pater ein. Der Bürgermeister und seine Stellvertreter seien bereits in Kenntnis gesetzt, mit der Kirchenverwaltung finde diese Woche eine Besprechung statt, kündigt er abschließend an. cw

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