Spirituelle Einsichten

Mit einem Benediktusweg sollen die Regeln des Ordensgründers erlebbar werden

Zwölf Stationen rund um das Kloster sollen Besucher auf dem Benediktusweg zu spirituellen Einsichten verhelfen.

Benediktbeuern – Schon bald könnten nicht allein Wegweiser rund um das Kloster aus der Erde sprießen, sondern auch ein Dutzend hölzerne Stelen, die das Gedankengut des Heiligen Benedikts tragen. Zwar ist dieses schon ein paar hundert Jahre alt, doch es ist nach wie vor zeitgemäß.

Pures Naturerlebnis zwischen Benediktenwand und Loisach-Kochelsee-Moor, damit zieht Benediktbeuern bislang seine Urlauber an. Und natürlich wirbt man auch mit dem heimischen Benediktinerkloster als ältestem in Oberbayern, in welchem der Besucher sowohl Ruhe als auch kulturelle Veranstaltungen findet. Auf Spiritualität wird das Klosterdorf künftig noch mehr Gewicht legen, wie in der jüngsten Gemeinderatsitzung bekannt gemacht wurde. 

„Für den Tourismus ist es sinnvoll, neben der schönen Natur auch was Spirituelles anzubieten“, betonte Sabine Rauscher von Benediktbeuerns Gästeinformation. Gemeinsam mit Mesner Christian Höck, der auch im Vorstand der Dorferneuerung aktiv ist, und Pater Claudius Amann sowie Buchautorin Petra Altmann widmet sich Rauscher dem Projekt „Benediktusweg“. Dabei geht es um nichts geringeres als dies: „Wir wollen die Regeln des Heiligen Benedikts auf die heutige Zeit übertragen“, erklärte Rauscher im Gemeinderat, denn diese seien auch nach mehr als 1.500 Jahren nach wie vor topaktuell. 

Zwölf Holzstelen auf einem rund um das Klostergelände verlaufenden, barrierefreien Weg sollen die Regeln und Gedanken des Ordensgründers, etwa zum Zusammenleben der Generationen, zur Nachhaltigkeit und zum Umgang mit der Natur oder der Gleichheit aller Menschen, begreifbar machen. QR-Codes werden dabei nähere Erklärungen zu den kurzen Texten liefern, ferner soll eine Begleitbroschüre aufgelegt werden. Angesprochen werden mit dem Benediktusweg freilich nicht nur Urlauber, auch Einheimische, Tagungsgäste des Klosters oder Pilgerer und Wanderer profitieren von der Möglichkeit zur geistigen Einkehr. 

Das Projekt stieß bei den Gemeinderäten grundsätzlich auf Zustimmung. Allerdings gab Clemens Hammerl (CSU) zu bedenken, ob angesichts der vielen Schilder die zusätzlichen Stelen nicht etwas verwirrend seien. Einen „Schilderwald“ wird es aber laut Sabine Rauscher nicht geben, die Stelen dienten ja nicht zur Besucherlenkung. Zu Hammerls Nachfrage bezüglich der Kosten des Projekts wollte Rauscher keine Aussage treffen, da dies Bestandteil der nicht-öffentlichen Gemeinderatsitzung sei. Sie freue sich aber, dass das Kloster und die Gemeinde mit dem Benediktusweg gemeinsam ein Projekt für das Dorf und den Tourismus anpackten, sagte Rauscher und erhielt aus den Reihen der Gemeinderäte zustimmendes Nicken. Zunächst müssen nun in einem Verwaltungsakt einige Flurnummern zu der Fläche der Dorferneuerung hingezogen werden. Läuft alles nach Plan, kann mit der Fertigstellung des Benediktuswegs im Frühsommer nächsten Jahres gerechnet werden. cw

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