Jahresrückblick im Gemeinderat

Kochel: Bürgermeister Holz zwischen Zufriedenheit und Frust - so fällt seine Bilanz 2020 aus

Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU) blickt in die Kamera.
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Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU) hatte mit politischem Gegenwind zu kämpfen.

Kochel - In der letzten Gemeinderatssitzung 2020 zog Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU) ein Resümee über das Jahr. Seine Liste war lang, sein Frust über politische Streitereien hoch.

„Es war ein außergewöhnliches, turbulentes und schwieriges Jahr“, bilanzierte der Rathauschef. Kritische Worte äußerte er über die Zusammenarbeit im Gremium – und verband damit den Appell, diese im neuen Jahr zu verbessern. Dass man zur Kommunalwahl, bei der es eine „zufriedenstellende Wahlbeteiligung“ von über 60 Prozent gegeben habe, nicht mit einer gemeinsamen Liste angetreten war, bedauert Holz nach wie vor. „Das hätte zu unserer Gemeinde gut gepasst und sicherlich auch der Zusammenarbeit in diesem Gremium einen gewissen positiven Schub gegeben“, fand der Bürgermeister.

Mitarbeiter seien oft frustriert

Er betonte, die Verwaltung habe auch heuer durch umfangreiche Sitzungsvorbereitung und zahlreiche Beschlussvorlagen eine größtmögliche Transparenz für die Gemeinderatsmitglieder geschaffen. Das sei nicht überall so und „für die Mitarbeiter teilweise ziemlich frustrierend“, wenn in fast jeder Sitzung die Verwaltung öffentlich kritisiert werde. Die Art und Weise, wie man seit Mai auf der gemeindlichen Ebene miteinander umgehe, habe sich im Vergleich zu den 13 Jahren davor wesentlich geändert, fand Holz. Als Beispiel nannte er die Debatte um das ehemalige Verstärkeramt, als es „beim Vollzug von Gemeinderatsbeschlüssen und rechtskräftigen Genehmigungen“ Skandalrufe und sogar Forderungen nach „politische Konsequenzen“ gegeben habe. Zu einer sachlichen, manchmal auch sehr kontroversen Diskussion gehöre es, das Ergebnis der Abstimmung auch im Falle des Unterliegens zu akzeptieren und nicht über die Medien „nachzutreten“, äußerte Holz. „Wir sind hier kein politisches Gremium, in dem es darum geht, für sich und seine Partei möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhaschen“, meinte der 44-Jährige. Das kommunale Gremium sei vielmehr zusammengesetzt aus „sehr vielen Idealisten“, die ihre Freizeit zum Wohle der Gemeinde opferten.

„Unnütze Streitereien“

Allen Ratsmitgliedern, einschließlich sich selbst, erteilte Holz daher den Rat, über die Feiertage den „Reset-Knopf“ zu drücken. Der Gemeinde helfe es nicht, wenn sich das Gremium in „unnütze Streitereien“ verzettele und sich mehr mit sich selbst beschäftige, statt mit den wirklich drängenden Aufgaben. „Lassen Sie uns im neuen Jahr die Themen in einer sachlichen, konstruktiven und vielleicht sogar angenehmen Zusammenarbeit angehen“, sagte der Kochler Bürgermeister abschließend in seiner Ansprache, „dann können Gemeinderatssitzungen wirklich Spaß machen.“ Christine Weikert

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