Einbruch, Zustrom, Absturz

Kochel und Walchensee: Tourismus sackte im Corona-Jahr massiv ab

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Tourismus in Kochel und Walchensee: Über 20 Prozent weniger Gäste als 2019 wurden gezählt.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Kochel – Die Gemeinde Kochel verbuchte im Corona-Jahr 2020 einen kräftigen Einbruch im Tourismus. Über 20 Prozent weniger Gäste als 2019 wurden gezählt.

Ein perfekter Start ins Jahr 2020, ein langanhaltender dramatischer Einbruch im Frühjahr, dazu ein maximal gebuchter Sommer und wieder der Absturz zum Jahresende: So fasst Daniel Weickel, Abteilungsleiter Tourismus der Gemeinde Kochel, das vergangene Tourismusjahr zusammen. Das Fazit fällt in Pandemie-Zeiten ernüchternd aus. Im Gemeindegebiet stürzten die Zahlen aufgrund der monatelangen Corona-bedingten Schließungen auf das Niveau des Gästeaufkommens Ende der 2000er Jahre ab, teilt das Rathaus mit.

2020 verbrachten nur knapp 50.000 Gäste ihren Urlaub an Kochel- und Walchensee. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 16.000 mehr Urlaubsgäste gewesen. Dies bedeutet einen Einbruch von 24,3 Prozent bei den Gästeankünften und ein Rückgang um 13,3 Prozent bei den Übernachtungszahlen, heißt es.

Besonders betroffen war das Walchensee-Gebiet, wo insbesondere die dauerhaften Schließungen der Jugendherberge und des Jugendhauses Klösterl sowie die reduzierte Kapazität des Campingplatzes Walchensee zu rund einem Drittel weniger Gäste führten. Immerhin gab es auch positive Nachrichten: „Abgefedert wurde der Übernachtungseinbruch durch die auffallend längeren Aufenthalte in der Region, von denen wiederum besonders die Ferienwohnungsbetriebe profitierten“, so Tourismusmann Weickel.

Zustrom im Sommer

Besonders einschneidend waren im vergangenen Jahr die Monate März bis Mai: In dieser Zeit gingen laut Verwaltung die Übernachtungen in der Spitze sogar um 97 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Doch dann konnten die Verantwortlichen wenigstens ein bisserl aufatmen. Den sommerlichen Lockerungen sei Dank: „Der immense Zustrom im Sommer war dann schon beeindruckend“, sagt Bürgermeister Thomas Holz (CSU). „Der Mix aus Seen, Voralpen, Therme, Kunst und die breite Beherbergungsstruktur daheim im eigenen Land war gefragt wie nie.“

So explodierten im August die Ankunftszahlen im Kochelsee-Gebiet um bis zu 30 Prozent im Vergleich zum ohnehin schon starken Vorjahr. Die Übernachtungen nahmen sogar um bis zu 35 Prozent zu. Das war es dann aber auch schon: Im Oktober gingen die Zahlen angesichts des erneuten Lockdowns wieder stark zurück.

Für die Zukunft sind sowohl Bürgermeister Holz als auch Tourismuschef Weickel zurückhaltend. „Wie sich dieses Jahr auf die Zwei-Seen-Gemeinde auswirken wird, kann sicher noch nicht abgeschätzt werden“, so Holz. Allerdings würden sich die Beteiligten bereits auf „schmerzhafte Einschnitte“ einstellen. Die Einbußen würden „zumindest in den Anfangsmonaten wohl ähnlich ausfallen“, ist der Rathauschef wenig optimistisch.

Neben Hoteliers und Vermietern seien auch besonders die Gastronomen und die touristischen Leistungsträger betroffen. Der Stillstand der Aushängeschilder des Zwei-Seen-Landes wie die Kristall-Therme „trimini“, die Herzogstandbahn und das Franz-Marc-Museum leiden nicht nur in der besonders wichtigen Herbst-Wintersaison und müssen weiterhin erhebliche Einbußen hinnehmen, heißt es aus dem Kochler Rathaus.

Bürgermeister und Tourismusleiter sehen den kommenden Wochen und besonders der Frühjahrs- und Sommersaison mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich erhofft man sich, dass vor allem sämtliche Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe bald schon wieder unter den bestehenden Hygienekonzepten öffnen dürfen und dass auch Therme, Museum und Herzogstandbahn wieder Urlaubs- und Tagesgäste begrüßen dürfen.

Verkehr bleibt Thema

Doch es gibt das bekannte Sorgenkind, unter dem die Gemeinde und ihre Bewohner weiter leidet: Angesichts des wieder starken Ausflugsverkehrs stehen notgedrungen die Schwerpunktthemen Verkehr, Müllvermeidung, Parkraumnutzung und Naturschutz „ganz oben auf der Prioritätenliste“, teilt die Kommune mit. Andreas Baar

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