Posthumer Dank

Am Kochler Bahnhof tickt endlich wieder die Zeit

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Nach zwei Jahren Stillstand: Die Bahnhofsuhr läuft wieder, was für Reisende ohne steten Blick aufs Handy durchaus eine Hilfe ist.

Kochel – Um zu erkennen, was die Stunde geschlagen hat, braucht man in Zeiten von Smartphones nicht zwingend eine Uhr vor Augen. Wenn aber eine öffentliche Uhr die verkehrte Zeit anzeigt, sorgt das für Verwirrung, vor allem bei Reisenden, die ihre Abfahrtszeit mit einem schnellen Blick auf die Bahnhofsuhr abgleichen wollen.

„Die Bahnhofsuhr funktioniert wieder“, freute sich Bürgermeister Thomas Holz jüngst in der Gemeinderatsitzung. Im Zuge der Umrüstung auf eine elektronische Stellwerkstechnik vor zwei Jahren waren Leitungen gekappt worden, darunter auch jene, an der die Bahnhofsuhr hing. Die Uhr blieb stehen. Diese wieder in Gang zu setzen, war technisch recht kompliziert. Der im Februar verstorbene Anton Röckenschuß war nicht nur CSU-Ortsvorsitzender, langjähriger Gemeinderat und zweiter Bürgermeister, sondern früher auch bei der Deutschen Bahn beschäftigt. Er habe sich persönlich der Sache angenommen und seine alten Kontakte genutzt, berichtete Holz. Selbst seine schwere Krankheit habe ihn davon nicht abbringen können, und „quasi auf dem Sterbebett“ habe er einem ehemaligen Kollegen „sozusagen als letzten Wunsch“ das Versprechen abgerungen, die Bahnhofsuhr wieder in Gang zu bringen. Seit kurzem läuft sie nun wieder, was Holz zu einem posthum ausgesprochenen Dank an Röckenschuß veranlasste. 

Einen Gönner sucht derweil noch die Uhr an der Fassade der Franz-Marc-Grundschule, denn seit geraumer Zeit stehen dort die Zeiger still. Eine Anfrage von Sonja Mayer (mitte), ob Abhilfe geplant sei, brachte kein Ergebnis. Die Reparaturkosten seien wohl unverhältnismäßig hoch, wusste Edi Pfleger (Junge Liste) zu berichten. Die Nachfrage seines Fraktionskollegen Markus Greiner, was dies nun bedeute, und ob man es einfach dabei belassen wolle, blieb jedoch unbeantwortet. cw

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