Minimum vier Sitze

Benediktbeurer Bürgervereinigung will mehr Mitglieder in den Gemeinderat bringen

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Sie wollen Bürgermeister Ortlieb (rechts) im Gemeinderat unterstützen: Bruno Bacher, Johannes Bacher, Benedikt Hammerl, Veronika Bauer, Martin Höck, Manuel Guglhör, Peter Kölbl, Franz Lautenbacher, Peter Sonner, Michael Wüchner, Toni Lautenbacher, Jens Plotzki (hinten von links), Benedikt Höck, Georg Bernböck, Marcus Hofmann, Konrad Geier sowie die Ersatzkandidatinnen Julia Mattern und Isabella Lenz (vorne von links).

Benediktbeuern – Mit einem klaren Ziel vor Augen geht die Benediktbeurer Bürgervereinigung (BBV) in die Gemeinderatswahl: Mindestens vier Mandate, doppelt so viele wie vor sechs Jahren, sollen es am 15. März werden. 

Landrat Josef Niedermaier, der zur Nominierung gekommen war, lobte die achtzehn Männer und Frauen für deren Bereitschaft, sich jenseits der Parteizugehörigkeit für „Wohl und Wehe der Gemeinde“ einzusetzen. Rathaus­chef Toni Ortlieb, durch dessen Wahl zum Bürgermeister die BBV-Fraktion im Gemeinderat wieder auf drei Sitze angewachsen ist, präsentierte anschließend die Kandidaten, die „alle wählbar sind“. Als erreichte Ziele der vergangenen Periode nannte Ortlieb den Glasfaserausbau, das familienfreundliche Einheimischenmodell und die offene Informationspolitik. Die momentan hohen Steuereinnahmen hält er für notwendig, da man vor großen Herausforderungen bei Infrastrukturmaßnahmen, sozialen Einrichtungen für Kinder und Senioren sowie möglicherweise im kommunalen Wohnungsbau stehe. Angesichts der Flächensparoffensive sei er davon überzeugt, dass man sich von der Bauweise mit nur zwei Vollgeschoßen entfernen müsse. Dies müsse in vernünftiger und positiver Art und Weise begleitet werden, damit „unser Dorf ein Dorf bleibt, aber nicht hinten runterfällt“. 

Die BBV legt nun unter dem Motto „Für a gsunds Dorf, für Jung und Alt“ ihren Fokus auf den Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum für alle Altersgruppen, wozu neben Arbeitsplätzen, öffentlichem Personennahverkehr und Kultur auch das Kloster als Wirtschaftsfaktor und Bildungsstandort sowie die flächensparende Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zählt. 

Die Liste der Kandidaten führt der amtierende Gemeinderat Bruno Bacher (55) an. Der Bankkaufmann sieht sich beruflich prädestiniert für den Finanzausschuss und will auch weiterhin seine Fachkompetenz aus der Welt der Zahlen einbringen. Lehrer Georg Bernböck sieht das Dorf vor einem „Wandel in vielen Lebensbereichen“, welchen er vernünftig, verantwortungsvoll und mit offener Kommunikation begleiten möchte. Für wichtig hält der 50-Jährige „gesunde Wurzeln“ in Form einer intakten dörflichen Struktur und Kultur sowie ein gutes Verhältnis zum Kloster. Veronika Bauer bringt bereits 15 Jahre Erfahrung als Gemeinderätin mit und sitzt seit Juli 2019 als Nachrückerin auf Ortliebs ehemaligem Platz. Als Verwaltungsangestellte beim Landrats­amt bringe sie viel Fachkenntnis mit, die für die Geschicke einer Gemeinde hilfreich seien, wirbt die 62-Jährige für sich. Damit die Gemeinde attraktiv und für jedes Alter lebenswert bleibe, müsse man Umweltschutzbelange beachten, den sozialen Bereich stärken und junge Menschen vermehrt einbinden. „Die Alten können von der Begeisterung der Jugend lernen und die Jungen von der Erfahrung der Alten“, resümiert Bauer. 

Eine „gesunde Mitte“ und ein sozia­les Miteinander wünscht sich Marcus Hofmann (45), der neue Vorsitzende der BBV. Der Physiotherapeut, der im Skiclub engagiert ist, sieht die Vereinsarbeit als wichtigen Baustein hierfür. Bei der Bergwacht bringt sich hingegen Hans Bacher ein, der mit seinen 29 Jahren schon Lebensstationen in Österreich und den USA vorweisen kann. Mit seinen beruflichen Erfahrungen als Geschäftsprozessmanager will er sich für einen gesunden, nachhaltigen Haushalt sowie für die jungen Leute einsetzen. Ebenfalls aus der Wirtschaftswelt kommen Konrad Geier (44, selbständiger Versicherungskaufmann) und Jens Plotzki (46, Unternehmensberater), der seine internationale Erfahrung im Unternehmensumfeld für seine Wahlheimat Benediktbeuern einbringen möchte. 

Auch das Handwerk ist mehrfach vertreten und zwar durch Martin Höck (36, selbständiger Metallbaumeister), Benedikt Hammerl (33, Landmaschinenmechanikermeister), Manuel Guglhör (33, Maschinenbautechniker), Peter Sonner (33, Zimmerer und Landwirt) sowie Peter Kölbl (34, Schreinermeister), der bei der Freiwilligen Feuerwehr und den Gebirgsschützen aktiv ist. Bei Letzteren ist ebenfalls der gelernte Bierbrauer und Chemiefacharbeiter Franz Lautenbacher anzutreffen, der zudem als Vorplattler beim Trachtenverein den Takt angibt. Mit seinen 29 Jahren will er im Gemeinderat das Mitspracherecht der jungen Bürger ausüben. Neben dem Nachnamen hat auch Toni Lautenbacher (28) dieses Ziel mit ihm gemein. „Es ist wichtig, Junge aufzustellen, damit die junge Meinung auch im Gemeinderat vertreten ist“, findet der Sportsoldat. Der Jüngste auf der Liste ist Benedikt Höck (23, Forstwirt), der sich bei der Bergwacht engagiert und die Belange der jungen Leute so zusammenfasst: „Wir sind die Zukunft. Die Jugend muss gehört werden, damit sie was zum Positiven verändern und voranbringen kann.“ 

Mit 26:2 Stimmen bestätigten schließlich die Stimmberechtigten per Blockwahl die Reihung der Kandidaten. cw

Die Kandidaten nach Listenplätzen: 1. Bruno Bacher, 2. Georg Bernböck, 3. Veronika Bauer, 4. Martin Höck, 5. Benedikt Hammerl, 6. Toni Lautenbacher, 7. Manuel Guglhör, 8. Marcus Hofmann, 9. Benedikt Höck, 10. Johannes Bacher, 11 Michael Wüchner, 12. Konrad Geier, 13. Peter Kölbl, 14. Jens Plotzki; Ersatzkandidaten: Julia Mattern und Isabella Lenz

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