Reine Frauensache

„Mitte“: Rosi Marksteiner gründet eigene Liste

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Geballte Frauenpower: Dorota Koper-Emde, Rosemarie Marksteiner, Carla Albers, Sonja Mayer, Kristin Woy und Sandra Wustmann (von links).

Kochel – „Mitten im Leben“, „Mittendrin“ und „Miteinander“ prangen als Schlagworte über sechs Frauen, die sich zusammengefunden haben, um als „Liste Mitte“ in denn Gemeinderat von Kochel einzuziehen. 

Gegründet von Gemeinderätin Rosi Marksteiner, die kurz vor Weihnachten der SPD den Rücken gekehrt hatte und seither als Fraktionslose dem Kommunalparlament angehört, muss die neugegründete Liste allerdings noch eine Hürde überspringen: Bis Anfang Februar müssen sich 90 Kocheler im Rathaus in die Unterstützerliste eintragen, damit die „Mitte“ bei der Kommunalwahl am 15. März auch an den Start gehen kann.

Gut gelaunt trat Marksteiner bei der Aufstellungsversammlung im Gasthof zur Post vor rund 20 Neugierige. Nach dem Rücktritt als Fraktionssprecherin und dem Austritt aus der SPD hatte sie aus der Not eine Tugend gemacht und fast schon eine kleine Sensation geschafft, denn mit der Liste Mitte hat Kochel die erste reine Frauenliste im Landkreis. Natürlich umriss die 53-Jährige noch einmal kurz die Umstände, weshalb sie nicht mehr als Parteifreie für die SPD, wie bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren, antreten werde, sondern nun eine eigene Liste gründet. „Nachdem die Idee einer Gemeinschaftsliste von zwei Gruppierungen abgelehnt wurde und mir der SPD-Ortsverein vor vier Wochen eröffnet hat, dass ich keinen Platz mehr auf ihrer Liste bekommen werde, habe ich alle Möglichkeiten abgewogen“, so Marksteiner. „Politisch sehe ich mich in der Mitte und möchte weiterhin im Sinne der Gemeinde arbeiten“, so die Marketingkoordinatorin und Betriebsrätin. 

Stolz ist Marksteiner besonders darauf, dass sie in kürzester Zeit fünf Mitstreiterinnen gewinnen konnte, denn eine Erhöhung der Frauenquote im Kochler Gemeinderat sei schon „längst überfällig“, meint Marksteiner und ist überzeugt: „Frauen denken und entscheiden einfach anders.“ Im Falle ihrer Wiederwahl will sie sich weiterhin für die Belange der Jugendlichen einsetzen und „endlich einen geeigneten Jugendraum auf den Weg bringen“. Ihre weiteren Schwerpunkte sind eine verbesserte Integration neu zugezogener Familien, bezahlbarer Wohnraum und Umweltthemen. 

Auf Listenplatz 2 findet man Carla Albers. Für die 51-Jährige Leiterin des Montessori-Kinderhauses sind Kinder „das Wichtigste, was es gibt“, weshalb sie hier ihren Schwerpunkt sieht. Daneben wünscht sie sich neuen Schwung für das Dorf: „Wir haben so viel Potenzial vor Ort, das muss man nutzen.“ Die 52-jährige Landschaftsarchitektin Sonja Mayer (Platz 3) ist im Peißenberger Bauamt tätig und bringt viel Erfahrung in diesem Bereich mit. Sie möchte sich in erster Linie für Umwelt- und Naturschutzthemen einsetzen und den ökologisch sinnvollen Umgang mit Ressourcen fördern. Kristin Woy (Platz 4), eine 44-jährige Physiotherapeutin, die lange im Vorstand des Montessori-Kinderhauses aktiv war, setzt vor allem auf das Miteinander: „Ich bin überzeugt, dass wir die hohe Lebensqualität noch lange bewahren können, wenn wir gemeinsam anpacken.“ Der 47-jährigen Dorota Koper-Emde (Platz 5), 47 Jahre alt, gelernte Chemikerin und Mitglied im Vorstand des Kinder- und Jugendfördervereins, liegen wiederum vor allem die Kochler Kinder und Familien am Herzen. Und Sandra Wustmann (Platz 6), eine 45-jährige Online-Marketingmanagerin, will sich für mehr Miteinander in der Politik und im Ort einsetzen. Die Wertigkeit der Ziele von Liste Mitte hätten sie überzeugt und sie wolle aktiv etwas verändern und mitgestalten, so Wustmann. 

In der Abstimmung wurde die Liste und die Reihung der einzelnen Bewerberinnen einstimmig angenommen. Um auf der Liste 16 Plätze zu belegen, sind die ersten 4 Plätze jeweils dreifach, die restlichen 2 Plätze jeweils doppelt belegt. 

Zehn Unterstützerunterschriften wurden gleich am Wahlabend mitaufgenommen und mit dem Wahlergebnis im Rathaus eingereicht. Nun müssen sich noch 80 weitere Kocheler finden, die bis 3. Februar im Bürgerbüro des Rathauses ihre Unterschrift für die Zulassung der Liste Mitte zur Kommunalwahl leisten. au

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