Angespannt, aber stabil

Konstante Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent in Weilheim-Schongau

Oliver Wackenhut Arbeitsagentur Weilheim
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Oliver Wackenhut ist Agenturchef in Weilheim und erkennt einen Aufwärtstrend bei den gemeldeten Arbeitsstellen.
  • Max Müller
    vonMax Müller
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Region – Die Arbeitslosenquote im Landkreis Weilheim-Schongau lag im Februar wie im Vormonat bei 3,4 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 2,5 Prozent.

Statistiken zeigen nur einen Teil der Wahrheit – nicht nur in Bezug auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Und doch sind die monatlichen Arbeitslosenzahlen ein wichtiges Indiz dafür, wir robust das System trotz mittlerweile einjähriger Krise ist. Die aktuellen Zahlen geben durchaus Anlass zur Hoffnung. Die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk Weilheim – neben dem Landkreis Weilheim-Schongau noch Garmisch-Partenkirchen, Starnberg, Landsberg und Fürstenfeldbruck – verbleibt im Februar auf 3,8 Prozent.

In absoluten Zahlen beziffert ist die Zahl der Arbeitslosen hier von Januar auf Februar um 28 zurückgegangen. Doch der Teufel steckt oft im Detail. Und so gibt es bestimmte Gruppen von Menschen, die derzeit auf dem Arbeitsmarkt deutlich schlechter dastehen: Arbeitslosen Frauen, Jüngere zwischen 15 bis unter 25 Jahren, Ausländer und vor allem Langzeitsarbeitslose sind am stärksten betroffen. So verzeichnen die Frauen und die Jüngeren einen Anstieg von 54,3 beziehungsweise 45,7 Prozent im Vergleich zum Februar 2020, die Personengruppe der Ausländer steigt um 44,7 Prozent und die der Langzeitarbeitslosen muss im Agenturbezirk im Vorjahresvergleich sogar ein Plus von 72 Prozent hinnehmen.

Staatliche Unterstützung

„Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiterhin angespannt, doch massivere Auswirkungen werden durch die staatlichen Unterstützungen abgefedert. Dadurch hält sich trotz der anhaltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie der Arbeitsmarkt weiterhin stabil und die Arbeitslosenquote stagniert“, lautet das Fazit der Bundesagentur für Arbeit. „Trotzdem müssen wir die Entwicklung der Arbeitslosigkeit weiterhin ernst nehmen. Hier gilt es vorausschauend zu agieren, dass sich diese Effekte mit einer Zeitverzögerung nicht noch dramatischer auf die Grundsicherung niederschlagen“, sagt Oliver Wackenhut, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Weilheim.

Erfreulich ist der Trend in Bezug auf die Kurzarbeit. Seit Oktober 2020 hatten nach einer äußerst positiven Herbstbelebung Monat für Monat wieder mehr Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Diese Entwicklung geht erfreulicherweise im Februar wieder zurück. Die Betroffenheit der einzelnen Unternehmen ist sehr stark abhängig von der Branche, denn nicht alle Wirtschaftsbereiche spüren die Auswirkungen des zweiten Lockdowns, manche wachsen sogar in der Krise.

4457 Stellen im Bestand

Grund zur Hoffnung gibt im aktuellen Berichtsmonat auch der gestiegene Personalbedarf im Vergleich zum Vormonat. „Es wurden fast 60 Prozent mehr Arbeitsstellen gemeldet als noch im Januar. Das sind zwar immer noch etwa ein Fünftel weniger als vor der Krise im Februar des letzten Jahres, doch ein Aufwärtstrend ist definitiv erkennbar,“ so Wackenhut.

Im Februar wurden 1162 Arbeitsstellen neu gemeldet, das entspricht einer Steigerung von 59,8 Prozent und einem Plus von 435 Stellen im Vergleich zum vergangenen Monat, aber auch 21,2 Prozent weniger als im Februar des Vorjahres. Der Bestand an Arbeitsstellen beträgt aktuell 4457 und liegt damit um 824 oder 15,6 Prozent unter dem Vorjahr. Marco Heinrich

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