Die Gelassenheit bleibt

Bürgermeister Strobl bekommt zwei Stellvertreter und endlich eine Gemeinderätin

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Über die Hälfe des Habacher Gremiums sind neue Gesichter: Marion Reiner, Andreas Hoiß, Josef Spensberger, Florian Bierling, Georg Hoiß, Michael Leiß und Christian Baumgärtel (von links).
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Außerdem vereidigte Bürgermeister Michael Strobl seinen neuen zweiten Stellvertreter Klaus Mair (rechts).

Habach – In den Gemeinderatssitzungen in Habach ließ sich stets vergebens auf einen zünftigen Streit oder scharfe Diskurse warten. Die Runde war nahezu immer ein harmonisches Grüppchen aus Männern aus Habach und Dürnhausen. Und auch wenn nun gut die Hälfte des Gremiums neu besetzt ist, so scheint es fast so, als ob die gewohnte Gelassenheit beibehalten wird.

Die konstituierende Sitzung lief so unaufgeregt und ruhig ab, wie man es im Habacher Rathaus gewohnt ist. Ausschüsse wurden besetzt, weil man sie nun einmal zu besetzten hat, Referenten und deren Stellvertreter wurden bestimmt, weil man diese nun einmal zu bestimmen hat. Um Plätze oder Titel wurde im Sitzungssaal des Rathauses nicht gekämpft, vielmehr scheint es so, als ob man Aufgaben gleichmäßig und selbstredend nach Vorlieben und Qualifikationen verteilte. Bürgermeister Michael Strobl schien zumindest mehr als zufrieden, als alle drei Ausschüsse besetzt und alle Referate, ganze 23 an der Zahl, vergeben waren. Mehr als zufrieden zeigte er sich, als er auf Marion Reiner blickte, eines der sieben neuen Gesichter im Gemeinderat. „Ich freue mich, dass wieder eine Frau dabei ist“, sagte der Rathauschef, denn sonst seien es immer Gemeinderäte gewesen, welche von Frauen, den Sekretärinnen, den Pressedamen und Zuhörerinnen, umgeben seien, wie er schmunzelnd anmerkte. Doch auch, als er seinen Blick über das gesamte Gremium schweifen ließ, musste Strobl lächeln: „Wir hatten gute Listen, qualitativ hochwertig.“ Neu im Gremium sind dabei neben Reiner auch Andreas Hoiß, Josef Spensberger, Michael Leiß, Christian Baumgärtel, Georg Hoiß und Florian Bierling. 

Wie bereits in der vergangenen Amtsperiode wollte der Rathauschef zwei Stellvertreter an seiner Seite wissen, einen aus Habach und einen aus Dürnhausen. „In einer Stadt sind es oft nur zwei, aber die sind oft hauptamtlich“, begründete Strobl seinen Vorschlag, der dann einstimmig vom Gemeinderat befürwortet wurde. Strobl schlug sogleich seinen bisherigen ersten Stellvertreter Georg Greinwald als zweiten Bürgermeister vor. Einen potenziellen Gegenkandidaten hätte es auch gegeben, doch der wollte nicht. „Ich bin kein Verwaltungsgenie“, meinte Klaus Sonner, nachdem er ebenfalls genannt worden war. Er sei gerne im Gemeinderat, aber nicht in der Verwaltung. Also blieb es bei Greinwald. Von 13 Stimmzetteln, die in die Urne geworfen wurden, waren zwölf gültig und für den Habacher. „Ich freue mich über das Vertrauen“, sagte Greinwald, ehe er die Wahl annahm und Strobl abermals Grund zum Lächeln gab. Er freue sich auf sechs weitere Jahre, so der Rathauschef, „das hat ja gut hingehauen“. Für den zweiten Stellvertreterposten wünschte sich Strobl einen aus Dürnhausen, denn er selbst sei schon einmal in einem Gemeinderat mit nur einem Vertreter dieses Ortsteils gesessen, und das sei mit Hinblick auf die Durchsetzung der dortigen Interessen „schwierig“ gewesen. Nur ein Vorschlag wurde schließlich für den zweiten Stellvertreter vorgebracht: Klaus Mair, natürlich aus Dürnhausen. Auch der wurde mit zwölf Stimmen zum dritten Bürgermeister gekürt und legte ebenfalls den Amtseid ab. Und weil man in Habach ganz sicher gehen möchte, suchte das Gremium noch eine weitere Stellvertretung und wählte Klaus Sonner, auch wenn der sich nicht unbedingt als Genie in der Verwaltung betrachtet. 

Anschließend verabschiedete der Gemeinderat noch Änderungen in der Geschäftsordnung. So soll etwa die Niederschrift aus der vergangenen nicht-öffentlichen Sitzung künftig in der darauffolgenden ausgelegt werden, und Anträge sind nun zwei Wochen vor der Sitzung einzureichen. So sehr Strobl an jenem Abend den Anblick seines Gemeinderates genoss, so sehr scheint er auch den Anblick von Habach genießen zu wollen. An der Hauptstraße „müsst ma mal nachpflanzen“, meinte der Rathauschef zum Abschluss der Sitzung. Die Ortsdurchfahrt sei so schön, doch in den Augen Stro­bls fehlen noch ein paar Bäume, keine zarten Stämmchen, sondern schon etwas größere Exemplare, auch wenn das „nicht ganz billig“ sein dürfte. Auch sollten es Bäume sein, bei denen man wisse, wie sie im Herbst aussehen. Und deren Früchte nicht für „Baaz im Haus“, sorgen, so Klaus Sonner. Da kann sich der neue Gemeinderat nun also gleich einmal im Ortsbild verewigen. ra

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