E-Autos können an der Benediktbeurer Gäste-Info weiterhin kostenlos geladen werden

Es bleibt beim Gratisstrom

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Die bisherige Beschilderung der beiden Parkplätze wurde nicht immer richtig gedeutet. Eine neue Beschilderung soll alle Unklarheiten beseitigen.

Benediktbeuern – Die steigenden Benzinpreise können Elektroautofahrer mit einem Lächeln verfolgen. Denn wer auf E-Mobilität setzt, der setzt auf Strom. Und dieser ist unter Umständen sogar gratis. Zum Beispiel in Benediktbeuern, wo Zapfsäulen noch bis Ende 2019 kostenlos Strom ausgeben.

Erneut beriet der Gemeinderat über den von der Fraktion der Freien Bürgerliste Miteinander (FBM) gestellten Antrag zur Verlängerung der kostenlosen Stromabgabe an den beiden E-Ladesäulen vor der Gäste-Information. Im September hatten dem Gremium zur Entscheidungsfindung noch detaillierte Informationen zum Nutzerverhalten und zu technischen Möglichkeiten gefehlt, weshalb ein Beschluss auf die Novembersitzung vertagt worden war. Nun wurde der Antrag zwar recht kontrovers diskutiert, letztlich jedoch mit einer knappen Mehrheit befürwortet. 

Im September hatten die Gemeinderäte noch mit fünfstelligen Jahresbeträgen jongliert, mit welchen die E-Ladesäulen die Gemeindekasse belasten könnten. Nun liegen Verwaltungschef Franz Pölt konkrete Zahlen vor. Demnach ergab eine vom Hersteller durchgeführte Auswertung eine monatliche Kostenbelastung in Höhe von knapp 200 Euro. Hochgerechnet bis Ende 2019 ergibt sich somit laut Pölt ein Betrag von 2.700 Euro. Der liegt nicht nur weitab von den befürchteten mehreren Zehntausend Euro, sondern ist in Relation zum Kostenvolumen im Tourismusbereich des Gemeindehaushalts verschwindend gering, worauf Rudi Mühlhans (FBM) hinwies. 

Dennoch konnten sich eine Reihe von Gemeinderäten nicht mit der kostenlosen Abgabe von Strom für Elektrofahrzeuge anfreunden. Da konnte Bürgermeister Hans Kiefersauer noch so gebetsmühlenartig wiederholen, dass die Gemeinde diesen überschaubaren Betrag doch als „Vorbild“ zur Förderung der umweltfreundlichen E-Mobilität und als Serviceleistung für den sanften Tourismus kostenlos gewähren solle. „Wir haben das Geld nicht“, begründete etwa Stefan Geiger von den Freien Wählern seine ablehnende Haltung. Und auch für Clemens Hammerl (CSU) sind „200 Euro pro Monat ein Haufen Geld“, weshalb er für eine zeitliche Begrenzung der Stromspende auf drei bis vier Monate plädierte. Ein Vorbild sei Benediktbeuern trotzdem, denn Aufladen könne der E-Mobilist ja, „aber halt nicht umsonst.“ Um einen Kompromiss bemüht war Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürger), der den Nutzern wenigstens die Hälfte der Stromkosten spendieren wollte. 

Marcus Klingler (Freie Wähler) wiederum will ausgemacht haben, dass immer die gleichen zwei bis drei Autos Strom zapfen, weshalb er nicht „ein paar einzelne Leute finanzieren“ wollte. Auch verwies Klingler darauf, dass selbst die Kreisstadt Bad Tölz bei E-Ladesäulen abkassiere, was Rudi Mühlhans so nicht stehen lassen wollte. „Hier stehen ganz unterschiedliche Autos zum Laden“, widersprach er und verwies auf das CarSharing, bei dem hinter dem gleichen Auto verschiedene Fahrer stecken. Bad Tölz wiederum habe bis zur Umstellung der Stadtwerke eineinhalb Jahre lang Ladestrom kostenlos abgegeben. Mühlhans mahnte, auch im Sinne der Tourismusförderung nicht „jedes kleine Detail hin und her zu diskutieren“. 

Letztlich verständigten sich die Gemeinderäte darauf, den monatlichen Stromverbrauch im Auge zu behalten und einzuschreiten, falls dieser aus dem Ruder laufen sollte. Mit 10:7 Stimmen erhielt der Antrag dann die erforderliche Mehrheit. Somit kann an den beiden E-Ladesäulen noch bis Jahresende 2019 kostenlos Strom getankt werden. Damit die zugehörigen Parkplätze nicht von Verbrennungsmotoren belegt werden, will die Gemeinde zudem eindeutigere Beschilderungen aufstellen. Das Piktogramm wird durch Worte ergänzt, die kein Autofahrer mehr falsch verstehen kann: „Nur für Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs“ gepaart mit der abschreckenden „Entfernung widerrechtlich geparkter Fahrzeuge“. cw

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