Diskussion um Penzberger Innenstadt

Den Handel überleben lassen

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Penzberg - Nach Ansicht von CSU-Bürgermeisterkandidat Richard Kreuzer sind für die Belebung der Innenstadt ein Frequenzbringer als Zugpferd sowie mehr Parkplätze notwendig.

Die Zukunft der Innenstadt und hier vor allem die Zukunft des Einzelhandels wird nach Ansicht von CSU-Bürgermeisterkandidat Richard Kreuzer eine der größten Herausforderungen für den neuen Rathauschef sein. „Wir müssen hier ein Konzept entwickeln, das dem Handel ein langfristiges Überleben garantiert“, sagt Kreuzer mit Blick auf die Befürchtungen des Gewerbevereins, dass der Neubau eines Edeka-Markes mit großem Nonfood-Sortiment zu einem Ausbluten der Innenstadt führen werde. Der Schock bei den Einzelhändlern saß tief, als der Gewerbeverein unlängst zu einem Informationsabend lud. Kaum war der Rewe-Markt in der Bahnhofstraße ge- schlossen, da krachten auch schon die Umsätze ein. Am dritten Adventswochenende hatte so mancher Laden ein Umsatzminus von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verkraften. Kein Wunder, dass die Einzelhändler Zeter und Mordio schreien, wenn Edeka in seinem geplanten Neubau am Fuße der Berghalde nicht nur Lebensmittel, sondern auf einer Flä- che von knapp 3.000 Quadratmetern auch Non-food-Artikel vom Turnschuh bis zum T-Shirt verkaufen möchte. Der CSU-Ortsvorsitzende André Anderl hat durchaus Verständnis für die Sorgen und Nöte des Einzelhandels. Doch warnte er bei der Veranstaltung des Gewerbevereins ein- dringlich davor, dass sich die Innenstadthändler in eine Fundamentalopposition begeben. „Das bringt uns nicht weiter“, so Anderl. Denn immerhin sei auf den aktuellen Plänen für die Entwicklung des Edeka-Geländes nicht nur die unstrittige Erweiterung des Heimwerkermarktes zu erkennen. Gleich daneben is auf dem Plan auch die Fläche für einen Lebenmitteldiscounter eingezeichnet, was für Anderl folgendes Szenario bedeuten könnte: „Wenn sich dort Penny oder Norma ansiedelt, dann wird ein Drogeriemarkt, der jetzt noch in der Innenstadt ist, bald folgen.“ Und dagegen könne die Stadt trotz der Penzberger Sortimentsliste kaum etwas machen. Zwar hat Edeka für seine Pläne derzeit noch kein Baurecht, doch jegliche Entwicklung auf dem Areal zu unterbinden, sei nicht im Sinne der Stadt, betont Richard Kreuzer. „Wir können hier langfristig nicht alles ablehnen“, betont er, zumal ja die geplante Wohnbebauung auf der Fläche des jetzigen E-Centers ein wichtiges städteplanerisches Ziel von Penzberg sei. Für Kreuzer steht deshalb fest: „Wir müssen die Innenstadt nachhaltig stärken.“ Gelingen kann dies seiner Ansicht nach aber nur, wenn man mitten in Penzberg einen Frequenzbringer ansiedelt, der dann als Zugpferd für so viel Leben in der Bahnhofstraße und drumherum sorgt, dass auch die anderen Geschäfte gut mitverdienen können. An wen er dabei denkt, mag Kreuzer nicht verraten, aber wenn man sich frühere Diskussionen zu diesem Thema ins Gedächtnis ruft, fällt einem ein, dass immer wieder Namen aus der Textilbranche wie C&A, H&M oder K&L Ruppert gefallen sind. Kreuzer aber weiß, dass solche Ketten nur dann irgendwo eine Filiale eröffnen, wenn sie auch über ausreichend Verkaufsfläche verfügen. Deshalb ist es für ihn wichtig, „dass wir Investoren auch investieren lassen müssen“. Will heißen: Bei Neubauprojekten in der Innenstadt sei der Stadtrat gefordert, entsprechende Wünsche nach Fläche auch positiv zu begleiten. „Wenn der Rewe-Markt in der Bahnhofstraße als Frequenzbringer schmerzlich vermisst wird, dann brauchen wir einen Frequenzbringer. Und dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen“, betont Kreuzer. la (mehr in der Samstagsausgabe)

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