Indische Linsen aus Kanada

Sina Patricia Henne klärt Studenten über nachhaltige Lebensmittelproduktion auf

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„Von Nachhaltigkeit profitieren alle“: Sina Patricia Henne.

Benediktbeuern – Wer will einen Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen. Doch wie sich dieser mit gutem Gewissen backen lässt, verrät das Kinderlied nicht. Sina Patricia Henne jedoch schon. Sie sprach vor den Studenten der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) über nachhaltiges Einkaufen.

„Nachhaltigkeit, Fairness, Gerechtigkeit – das alles gehört zusammen“ meint KSH-Dekanin Annette Eberle zu Beginn dieser Ringvorlesung, an deren Ende die Erkenntnis stehen soll, was genau Nachhaltigkeit bedeutet. Den Anfang auf der Suche nach dieser Antwort machte nun Sina Patricia Henne, die Gründerin von fairnESSkultur. Henne entwickelte unter diesem Wortspiel-Titel eine Online-Plattform, auf der Besucher erfahren, wer was produziert, wer was von wem bezieht und wo was herkommt. Produkte und ihre Erzeuger werden dort aufgeführt, genauso wie Hofläden, Restaurants, Cafés und Hotels. Beim Blick auf die Homepage wird eines klar: Henne möchte die Verantwortung in den Menschen für sich, andere und die Umwelt wecken, um aus Verbrauchern Fairbraucher und aus Erzeugern Fairzeuger zu machen. 

Vor den Studenten erläutert sie den Zusammenhang zwischen billig produzierten Lebensmitteln und Umwelt, Politik, Kultur und Gesellschaft, ohne die Artenvielfalt auszusparen – immerhin leide nicht nur die Umwelt unter dem Rückgang der Arten, auch regionale und kleine bäuerliche Strukturen werden in Mitleidenschaft gezogen. Und Henne betont: „Nicht die Bauern sind die Bösen, sondern das Problem ist systemisch“. Doch sie wagt auch einen Blick über den Tellerrand hinaus auf Asien, Afrika und Südamerika, Kontinente, an denen der Preisdruck auf dem weltweiten Markt nicht spurlos vorübergeht. Und sie spricht über intensiv bewirtschaftete Wiesen im Alpenvorland, die keinerlei Lebensraum für Insekten mehr bieten, zeigt die nicht artgerechte Haltung von Rindern in den USA, in deren Fleisch es vor Bakterien wimmelt, und blickt auf verarmte Linsenbauern in Indien, die Hülsenfrüchte aus Kanada importieren. Hennes Anliegen: zeigen, dass alles mit allem verbunden ist, um eine Idee zu verwirklichen: billige Lebensmittel. 

„Was wir anrichten, ist beschämend“, sagt Henne, jedoch nicht, ohne einen Silberstreif am Horizont zu erblicken: „Wir als Verbraucher haben die Macht etwas zu ändern.“ Aber dafür müsse man „immer fragen, fragen, fragen“. Schließlich seien es erste Schritte von vielen, darauf zu achten, woher Lebensmittel stammen, und direkt beim Erzeuger einzukaufen. „Dann kann ich mich nachhaltig verhalten, so dass alle etwas von meinem Handeln haben“, betont Henne.

Über „Entwicklungsland Deutschland? Von der Entwicklungshilfe zur nachhaltigen Entwicklung“ referiert am kommenden Montag, 3. Juni, um 19 Uhr Wolfram Stierle vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Rahmen der Ringvorlesung im Audimax der KSH. ra

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