Corona-Lockerung ab Mittwoch (19. Mai)

Kultur in Penzberg: Museen öffnen endlich wieder ihre Türen

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Das Museum Penzberg - Sammlung Campendonk öffnet am 19. Mai wieder seine Türen.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg - Gute Nachricht für Kulturfreunde: In Penzberg öffnen das Museum Penzberg und das Bergwerksmuseum wieder.

Nach mehrwöchiger Wartezeit ist es endlich soweit: Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk und das Bergwerksmuseum sind ab Mittwoch (19. Mai) wieder für Besucher geöffnet. Dies teilt die Verwaltung mit. Allerdings sind für beide Einrichtungen Terminreservierungen notwendig. Diese sind möglich unter: Museum Penzberg (Telefon 08856/813-480 oder per E-Mail an museum@penzberg.de), Bergwerksmuseum (Telefon 08856/813-480).

Länger offen

Im Museum Penzberg steht dann auch der neue Audioguide mit 20 Stationen in der Dauerausstellung zur Verfügung. Zudem wurde die aktuelle Ausstellung „Hinter Glas gemalt. Geheimnisse einer Technik“ jetzt bis 4. Juli verlängert. Und noch ein Service: Im Juni erweitert das Museum seine Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag) täglich um eine Stunde von 10 bis 18 Uhr - damit möglichst viele Interessierte in den Kunstgenuss kommen können.

Kostenloser Audioguide fürs Handy

Mit dem Audioguide wird der Besucher informativ und Corona-konform durch das Museum Penzberg geführt.

Knapp eine Stunde Wissen und Unterhaltung, dazu mehr als 50 Bilder und drei historische Filmsequenzen zur Stadt: Das bietet der neue Audioguide des Museums Penzberg – Sammlung Campendonk. Das Hörspielformat gibt es auf Deutsch und Englisch und ist für alle Altersstufen geeignet. Das Angebot ist kostenlos. Der Audioguide kann kontaktfrei mittels QR-Code (an der Museumskasse) auf das eigene Handy geladen werden. Die städtische Einrichtung will damit – auch während der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie – eine Begleitung durch die Ausstellungen zu Heinrich Campendonk, der Hinterglas-Kunst und Penzbergs Stadtgeschichte schaffen.

20 Stationen

Der Guide führt zu 20 Stationen, alles eingefasst von einer extra Geschichte. Die 13-jährige Anna ist zu Besuch bei Jakob. Der Maler und Restaurator werkelt in seinem Atelier auf dem Land. Er hat einen Auftrag vom Museum bekommen für Campendonks Hinterglasbilder. Anna löchert Jakob mit vielen Fragen. „Hat Campendonk eigentlich immer in so kräftigen Farben gemalt? Wie malt man überhaupt hinter Glas?“ Jakob erklärt ihr alles mit viel Fachwissen und mit Humor. Die Stationen, die einzeln abrufbar sind, und die acht Vertiefungstexte umfassen allerdings nicht nur Details zu einzelnen Bildern Campendonks, sondern erlauben einen Blick in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der virtuelle Besucher erfährt einiges zur brodelnden Kunstszene rund um den Blauen Reiter. Campendonks Zeit in und um Penzberg ist darüber hinaus eng verknüpft mit der Geschichte des Kohleabbaus und der Stadtentwicklung: Das zeigen die historischen Filmausschnitte, die zu drei Kurzvideos geschnitten wurden. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Hinterglasmalerei, das Penzberger Museum hat sich durch sein Forschungsprojekt mit Diana Oesterle und Simone Bretz einen Namen gemacht.

Alternative zu Führungen

Der Audioguide soll dem derzeit Corona-bedingt geschlossenen Museum, das seit Monaten unter den harten Lockdown-Bedingungen leidet, eine künftige Alternative ermöglichen. Denn auch wenn das Haus wieder seine Pforten öffnen darf, sind Führungen in den kleinen Räumen nach gültigen Pandemie-Regeln nahezu unmöglich. Das virtuelle Angebot könne zwar „keine persönliche Kunstvermittlung ersetzen“, heißt es in einer Mitteilung – aber der Guide „macht eine auf das Museum zugeschnittene Besucherbegleitung möglich“. Das Streamen mittels QR-Code auf dem eigenen Mobiltelefon, das laut Museum keinen Speicherplatz belegt oder Daten hinterlässt, unterstütze das Einhalten aller Hygienemaßnahmen – auch für Familien und Haushalte oder Kleingruppen im Rahmen der Vorschriften. Die eigenen Kopfhörer sollte man allerdings für den Kunstgenuss mitbringen.

13.000 Euro investiert

In das Projekt wurde nicht nur monatelange Arbeit gesteckt. Investiert wurden nach Museumsangaben rund 13.000 Euro. Wobei es eine kräftige Finanzspritze gab: Alle Ausgaben werden gefördert, heißt es. Geld gab es vom Staatsministerium für Kultur und Medien, vom Bundesverband Soziokultur sowie aus dem „NEUSTART. Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen“. Die Erfurter Firma „Kulturaufnahme MV“ setzte das Vorhaben mit dem Museumsteam um. Heraus kam ein Hörspiel, dass eher für Besucher auf Burgen und in Schlössern üblich ist. Für Kunstmuseen gibt es normalerweise getrennte Aufnahmen für Kinder und Erwachsene. „Wir aber wollten unbedingt eine abwechslungsreiche Familienführung, das hören auch die meisten Erwachsenen gern“, so Projekt- und Museumsleiterin Freia Oliv. „Die Ebenen zusammenzubringen, das ist die hohe Schule der Kunstvermittlung.“

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