Dürers Locken in Gefahr

Wolfgang Blöckner, Helmut Haut und Hans Klett zeigen im Kloster-Kreuzgang, wie facettenreich Kunst ist

+
Drei Männer, eine Passion: Hans Klett (links), Wolfgang Blöckner (rechts) und Helmut Haut (2. von rechts) zeigen ihre Arbeiten im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern. Altbürgermeister Georg Rauchenberger (2. von links) führte in die Ausstellung ein.Foto: Josef Haslinger

Benediktbeuern – Ganz oberflächlich betrachtet, scheinen die drei Herren nichts gemein zu haben. Der eine trägt eine Trachtenweste, der andere ein Poloshirt und der dritte ein knallbuntes Hemd. Doch Hans Klett, Helmut Haut und Wolfgang Blöckner teilen die Leidenschaft für die Kunst.

Ihre Werke zeigen Hans Klett, Helmut Haut und Wolfgang Blöckner derzeit gemeinsam unter dem Titel „Drei Künstler stellen aus“ im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern. Dass sich aus Holz noch viel mehr schaffen lässt als Kommoden, Nachtkästchen und Tische beweist dabei Hans Klett. Der gelernte Schreiner weiß in seiner Werkstatt nicht nur mit grobem Werkzeug umzugehen, er widmet sich auch künstlerischen Feinheiten. Klett ist ein Virtuose in der Einlegearbeit. Mit Intarsien schafft er vielfältige Motive, mal eine Alpenlandschaft, mal eine religiöse Szenerie. Und so finden sich wandernde Hirsche, Fischer beim Einholen des Netzes oder auch segelnde Boote im Repertoire von Klett, für den das künstlerische Schaffen Glück bedeutet: „Während die einen unglücklich dem Berufsleben nachtrauern, habe ich das Glück, auch heute noch mit meiner Schreinertätigkeit im weitesten Sinn eine verfeinerte Art der Gestaltung ausüben zu können.“ 

Daneben sind die Werke von Helmut Haut zu sehen. Verschiedene Maltechniken hat sich der Benediktbeurer Metallbauer eigenständig beigebracht, denn auf eine will er sich nicht begrenzen: „Ich habe ich mich nie festgelegt, ich male, was mir in den Sinn kommt“, so der gebürtige Penzberger, der mit fünf Bildern auch schon in der gläsernen Pyramide des Louvre vertreten war. Im Kreuzgang zeigt er expressive Pinselführungen ebenso wie detaillierte Stillleben und prächtige Landschaften. Derzeit wandert sein Blick dabei meist in die Höhe, zu den Berggipfeln und dem Licht, das auf diese fällt. 

Genauso wenig wie Haut möchte sich Wolfgang Blöckner festlegen. Der Rechtsanwalt aus Münsing arbeitet sowohl mit Eitempera- als auch Aquarellfarben. Er selbst sieht sich als „konkreter Maler“, der sich wahrer Handarbeit widmet, mit der er „das Foto übertreffen möchte“. Er wirkt dabei beinahe wie ein ruheloser Maler, denn beim Blick auf seine früheren Werke fragt er sich ständig, „ob ich noch so gut wie früher arbeiten kann oder vielleicht sogar noch besser, was mein sehnlichster Wunsch wäre“. Die Motive scheinen dabei so vielfältig zu sein, wie bei Haut, nur eines nicht: abstrakt. Mal leuchtet in sanften Farben eine Kirche dem Betrachter entgegen, mal ist es ein Selbstbildnis, mal zeigt Blöckner die lange Mähne von Albrecht Dürer, die schon bald einer Schere zum Opfer fallen wird, womit Blöckner beweist, dass Kunst nicht nur nach Höherem strebt, sondern auch Humor versteht. ra

Zu sehen sind die Werke der drei Künstler im Kreuzgang des Klosters täglich von 9 bis 18 Uhr; der Eintritt ist frei.

Auch interessant

Meistgelesen

Abwasser und Hochwasser: Habach wird zur Kasse gebeten
Abwasser und Hochwasser: Habach wird zur Kasse gebeten
„Penzberg Miteinander“: Stadtrat Markus Bocksberger gründet eigene Liste
„Penzberg Miteinander“: Stadtrat Markus Bocksberger gründet eigene Liste
Rund 1.600 Teilnehmer lassen sich im Dauerregen den Spaß am Festzug nicht nehmen
Rund 1.600 Teilnehmer lassen sich im Dauerregen den Spaß am Festzug nicht nehmen
Fuchs springt durchs Badfenster: Ein tierischer Einsatz für die Penzberger Polizei
Fuchs springt durchs Badfenster: Ein tierischer Einsatz für die Penzberger Polizei

Kommentare