Umstieg für die Umwelt

Neue Takte, neues Ticket: Landkreis und RVO wollen Busfahren attraktiver machen

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Hoffen auf den Erfolg des Umwelttickets (von links): RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer, der Iffeldorfer Gemeinderat Andreas Ludewig, Wolfgang Schek von Roche, Habachs Bürgermeister Michael Strobl, Johanna Vogl von der RVO, Antdorfs Bürgermeister Klaus Kostalek, Magdalena Duschl vom Landratsamt, Iffeldorfs Bürgermeister Hubert Kroiß, Landrätin Andera Jochner-Weiß, Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner und Manfred Plonner vom Landratsamt.

Penzberg – Dort in dem Fach neben dem Führerschein dürfte bei dem ein oder anderen noch Platz im Geldbeutel sein für das Stück Papier. Und im besten Falle wird das auch häufiger aus dem Portemonnaie gezogen als die Fahrerlaubnis. Das sähen zumindest der Landkreis Weilheim-Schongau und die RVO gerne.

Wer ein Jahresticket bei der RVO hat, der spart Geld. Denn der Kartenbesitzer kann ein Jahr lang mit dem Bus fahren, zahlt dafür aber nur zehn Monate. Ein attraktives Angebot. Doch geht es nach Landrätin Andrea Jochner-Weiß, so steigen noch zu viele Menschen ins Auto und zu wenige um in den Bus. Um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) den Menschen noch näher ans Herz zu legen, haben der Landkreis und die RVO nun ein Umweltticket entwickelt. Ziel sei es, „mehr Leuten den ÖPNV schmackhaft zu machen“, so Jochner-Weiß. Das neue Ticket, das ab 1. Januar 2020 gilt, unterscheidet sich im Grunde genommen vom Jahresticket nur in einer Hinsicht: im Preis. Denn für ein Jahr Busfahren zahlt der Umweltticketbesitzer nur acht Monate. Maximal. Arbeitgeber können sich nämlich mit beliebig vielen Monatsbeiträgen an dem Umweltticket beteiligen. Je spendabler sich der Chef zeigt, umso günstiger ist für den Arbeitnehmer der Weg ins Büro oder an die Werkbank. Roche ist bereits eingestiegen und finanziert seinen Mitarbeitern zwei Monatsbeiträge des Umwelttickets. „Die Leute sollen es auch am Geldbeutel spüren“, findet Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner. Die Leute, das sind all jene, die ihren Hauptwohnsitz im Landkreis Weilheim-Schongau haben, denn nur diese können den umweltfreundlichen Fahrschein erwerben. 

Doch damit künftig viele der Fahrscheine im Portemonnaie landen, greifen Landkreis und RVO auch in ihre eigenen Taschen, um Taktverdichtungen zu finanzieren. Auf der Linie 9655 zwischen Weilheim, Seeshaupt und Penzberg sowie auf der Linie 9617 zwischen Penzberg, Sindelsdorf, Habach, Antdorf und Iffeldorf fahren die Busse ab Neujahr noch häufiger die Haltestellen an, sehr zur Freude der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, die allesamt hoffen, dass der Berufsverkehr damit ein wenig eingedämmt wird. „Jetzt fahren sogar vor dem Schulbus zwei Busse“, ist Antdorfs Rathauschef Klaus Kosta­lek begeistert. Denn der prall gefüllte Schulbus erfreut sich bei den Pendlern, und solchen die es zu werden gedenken, keiner großen Beliebtheit. „Da will sich keiner reinsetzen“, schmunzelt Kostalek. Das muss auch keiner mehr, wenn ab 1. Januar das Umweltticket gilt und die Menschen mit dem Kauf des kleinen Stück Papiers die Umwelt schonen können, und ihren Geldbeutel. ra

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