Wurzeln im Dorf

Neues Ansiedlungsmodell für die Gemeinde Habach

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Möchte jungen Familien aus Habach das Bauen in Habach erleichtern: Bürgermeister Michael Strobl.

Habach – Mit wenig Geld punkten, das ist nun in Habach möglich. Denn wer in der kleinen Gemeinde ein Haus errichten lassen möchte, muss keineswegs anschauliche Gehaltsschecks vorweisen können, um an einen Bauplatz zu kommen. Im Gegenteil: ein geringes Einkommen verschafft künftig sogar Vorteile.

Die Menschen in der Gemeinde halten. Ein Ziel, das Habachs Bürgermeister Michael Strobl in seinem Handeln immer wieder zu motivieren scheint. Zuletzt freute sich der Rathauschef ungemein, dass die Gemeinde ein Kirchengrundstück erwerben konnte, dass für junge Familien als Baugrund angeboten werden kann. Nun wagte Stobl mit seinem Gemeinderat einen weiteren Schritt, mit welchem Habacher in Habach bleiben können sollen: Das Gremium verabschiedete ein Ansiedlungsmodell. 

Zugezogene dürften es da ein wenig schwerer haben, Fuß zu fassen. Das Ansiedlungsmodell Habach, welches das Gremium nun durchwinkte, soll eine „dauerhafte, langfristige und nachhaltige Sesshaftigkeit“ gewährleisten. Dass Bedarf an einem solchen Modell besteht, liest sich ebenfalls im Vorwort des fünf DIN-A4-Seiten umfassenden Modells. „Ohne das Ansiedlungsmodell wäre die in der Gemeinde verwurzelte Bevölkerung zu großen Teilen nicht in der Lage, Grund und Boden zu Wohnzwecken zu erwerben“, heißt es unmittelbar zu Beginn des Vorwortes. Gerade junge Familien sollen so in der Gemeinde bleiben können und nicht „zum Wegzug gezwungen“ werden. Große Stücke scheint der Gemeinderat auf das Papier zu halten, denn Ziel des Modells sei es im Großen und Ganzen „den sozialen Zusammenhalt der Bürger der Gemeinde zu stärken und zu festigen“.

Große Stücke, große Worte, die es bei einem Blick in die Richtlinien zu überprüfen gilt. Darin zeigt sich dann, wie Einheimischen ein Vorteil bei der Baulandvergabe verschafft werden kann. Das Modell legt dabei unter vier Punkten fest, unter welchen Voraussetzungen ein Bewerber die besten Chancen auf Grund und Boden in Habach hat. Das Quartett-Reglement umfasst die Sicherung und Ausweisung von Grund, die Bewerberauswahl, den Verkauf von Bauland und das abschließende Verfahren. 

Interessant ist dabei vor allem die Bewerberauswahl, denn ein Punktesystem eruiert die Reihenfolge der Antragsteller für zur Verfügung stehende Grundstücke. So spielen beispielsweise die Familienverhältnisse eine entscheidende Rolle bei der Baulandvergabe. Je mehr kindergeldberechtigter Nachwuchs im künftigen Hause weilen wird, desto besser. Denn pro Kind erhält der Antragsteller 20 Punkte plus 18 Punkte minus das Alter des Kindes. Junge Familien mit Kleinkindern zählen folglich zu den Profiteuren. Und: Auch eine nachgewiesene Schwangerschaft gibt ordentlich Punkte. Des Weiteren erhält der Antragsteller Punkte, sofern ein Familienmitglied des Hausstandes eine Behinderung hat oder ein Pflegefall ist. Je nach Behinder­ungs- und Pflegegrad gibt es wieder Punkte, insgesamt maximal 40. Außerdem spielt selbstredend das Einkommen eines Alleinstehenden, eines Paares oder einer Familie eine Rolle, je größer das Gehalt, desto weniger Punkte sammelt der Bewerber. Und auch die Ortsansässigkeit ist von Belang: Je länger jemand in Habach wohnt, umso größer der Lohn auf dem Punktekonto. Im Falle eines Punktegleichstandes listet das Modell ebenfalls Regeln auf: Derjenige Antragsteller erhält den Vorzug, der mehr minderjährige Kinder vorweisen kann, das niedrigere Einkommen zu verbuchen hat oder in einem Losverfahren zum Zuge kommt. 

Alteingesessene Familien mit jungem Nachwuchs und wenig Einkommen dürften künftig also weitaus weniger Schwierigkeiten haben, an Baugrund in der kleinen Gemeinde zu kommen. Das Praktische daran: künftige Generationen an Habachern dürften damit gesichert sein und die Gemeinde, in der ein Durchschnittsalter von 39 Jahre zu verzeichnen ist, bleibt schön jung. ra

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