Lederschuhe und Leinwände

Museum Penzberg widmet der lokalen Fußballgeschichte eine Ausstellung

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Zeitungsartikel und Fotos haben Diana Oesterle und Anne Götzelmann vom Museum sowie Andreas Rauchenberger vom FC schon, doch das reicht noch nicht.

Penzberg – Das Trikot, das seit Jahrzehnten mit Grasflecken in einem Karton auf dem Dachboden verschwunden ist, oder die Fußballschuhe ganz hinten im Schrank, deren Leder schon unzählige Risse zählt, könnten schon bald im Museum Penzberg ausgestellt sein.

Das Museum versteht sich als Hort der Kunst, und doch ist es Leiterin Dia­na Oesterle ein Anliegen, nicht nur Abstraktes und Expressionistisches zu zeigen, sondern auch das Leben, so wie es in Penzberg einmal war und heute ist. Aus der Fülle des Lebens hat sie sich einen Aspekt herausgepickt, der dafür sorgen soll, „auch mal Männer ins Museum zu holen“, grinst Oesterle: Fußball. Immerhin wurde das Elfmeterschießen von einem Penzberger, nämlich Karl Wald, erfunden, vor genau 50 Jahren. Ein Jubiläum, das Oesterle nun zum Anlass der Ausstellung „Rasenglück. Die Erfindung des Elfmeterschießens“, die am 27. März eröffnet, nimmt. 

Und weil darüber hinaus der FC Penz­berg in diesem Jahr sein 100-Jähriges feiert, geht es in der Ausstellung nicht allein um Wald und das Elfmeterschießen, sondern um das „Universum Fußball“, lächelt Oesterle und meint damit all die Geschichten, die sich um den Rasensport in und um Penz­berg bislang ent­sponnen haben. „Man kann sich gar nicht vorstellen, was 1955/56 für ein Aufruhr in der Stadt war“, meint da Andreas Rauchenberger vom Festausschuss des FC Penzberg und blickt auf ein Schwarz-Weiß-Foto der Mannschaft aus jener Zeit, als das Team in der 2. Bundesliga kickte. 

Weil die Kunst inmitten von Trikots und Fußballschuhen aber nicht untergehen gehen soll, werden auch Kunstwerke aufgehängt, die sich um den Fußball drehen, Stadienfotografien von Andreas Gursky oder Bilder der Nationalmannschaft von Regina Schmeken. Darüber hinaus sucht das Museum aber noch Penzberger, die „Dreidimensionales“ als Leihgabe bereitstellen, so Oesterle, vor allem Trikots aus allen Jahrzehnten sind heiß begehrt. Bislang sind die gesammelten Exponate, vergilbte Zeitungsartikel, rote Karten und Fotografien nämlich noch recht zweidimensional. ra

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