Salesianer haben entschieden

Letzte Chance für Blutbuche - das ist im Kloster Benediktbeuern geplant

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Benediktbeuern – Rettungsaktion für die markante Blutbuche im Kloster Benediktbeuern: Baumprofis sollen das beliebte Fotomotiv sichern.  

Im August 2017 verlor die historische Blutbuche im Innenhof des Klosters Benediktbeuern bei einem Unwetter einen der beiden Stämme. Kürzlich ist ein großer Ast abgebrochen und Pilzbefall festgestellt worden. Nach der Untersuchung durch einen Sachverständigen entschieden sich die Salesianer gegen die Fällung des stattlichen Baumes und beauftragten erneut Baumpflegeprofis mit dessen Rettung. Im August sei ohne Windeinwirkung ein Ast mit einem Durchmesser von 14 bis 18 Zentimetern abgebrochen, schildert Pater Claudius Amann. „Zum Glück fiel er niemanden auf den Kopf“, ergänzt er, denn der Platz im Klosterinnenhof sei äußerst beliebt zum Verweilen. 

Wurzelmessung brachte Erkenntnis

Baumsachverständiger Anton Suttner hat sich den Schaden angesehen und den Baum eingehend untersucht. Nach einer Wurzelmessung steht laut Suttner fest: „Er ist unten absolut gesund und widerstandsfähig.“ Die Fäulnis an den oberen Ästen betreffe nur die äußeren 15 Zentimeter. Suttner zeigt sich zuversichtlich, dass der alte Baum seinen Verlust erneut ausgleichen kann. Die Krone habe sich in den letzten beiden Jahren wieder gut belaubt, werde zwar vom Durchmesser etwas kleiner, aber „durchaus ansehnlich“ werden, stellt der Fachmann fest. „Wir geben dem Baum noch eine letzte Chance“, fasst Amann zusammen. ZUK-Rektor Pater Karl Geißinger begründet die Entscheidung: Zum einen sei die „markante Baumgestalt“ bereits auf den ältesten schwarz-weiß-Aufnahmen des Klosters zu sehen, zum anderen ein äußerst beliebtes Fotomotiv bei Klosterbesuchern und Brautpaaren. Und nicht zuletzt komme dem mehr als hundert Jahre alten Baum mit seinem großen Volumen eine wichtige ökologische Bedeutung zu, etwa bei der Luftreinigung, der CO2-Aufnahme und dem Angebot an Vogelnistplätzen. „So ein großartiger Organismus ist nicht einfach durch Neuanpflanzungen zu ersetzen“, erklärt Geißinger bei einem Pressegespräch.

Spenderin gefunden

Die Firma Suttner hat nun mittels Hohltauen eine „dynamische Kronensicherung“ angebracht und wird die Äste sukzessive einkürzen. Nicht nur den Salesianern liegt der ehrwürdige Baum im historischen Klosterhof am Herzen: Für die Finanzierung, die Anton Suttner auf etwa 1500 Euro schätzt, hat sich eine Spenderin gefunden. Die Dame aus Benediktbeuern wolle anonym bleiben und verbinde wohl schöne Kindheitserinnerungen mit der alten Buche, teilt Pater Geißinger mit.

Christine Weikert

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