Licht aus

Habacher St. Ulrich-Kirche steht bald im Dunkeln

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Bislang wurde die Kirche St. Ulrich die ganze Nacht beleuchtet. Damit ist nun aber bald Schluss.

Habach – In der Nacht, wenn die Dunkelheit alles schluckt und nur die Kirchen beleuchtet sind, umgibt die imposanten Gebäude nicht selten etwas Magisches. Auch die Kirche St. Ulrich in Habach wird jede Nacht, und zwar stets die ganze Nacht, von einem Strahler in Szene gesetzt, aber nicht mehr lang.

Sobald es dunkel wird, schaltet sich das Licht ein und sorgt dafür, dass die Habacher Kirche erstrahlt. Für den Strom „mussten wir noch nie was bezahlen“, grinste Habachs Bürgermeister Michael Strobl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Grund für das Gratislicht: Der Strahler, der an einem Bauernhaus an der Hauptstraße befestigt ist und für die Beleuchtung des Gotteshauses sorgt, ist an das Straßenlaternennetz angeschlossen. „Der Strom wird von Bayernwerk bezahlt“, sagte der Rathauschef, der selbst lange nicht wusste, woher die Elektrizität eigentlich kommt. Künftig muss die Gemeinde wohl aber in die eigene Taschen greifen, denn ein neuer Strahler, ein Ministrahler für rund 650 Euro, soll her, der dann nicht mehr am Bayernwerk-Netz angeschlossen wird. Dafür entschied sich der Gemeinderat nun einstimmig. 

Der alte Strahler ist zwar noch gut in Schuss, doch das Emissionsschutzgesetz sehe eine Eindämmung der Lichtverschmutzung vor, so Strobl. Um die Verschmutzung zu mindern, solle eine Kirche künftig zwischen 23 Uhr und Dämmerung nicht mehr beleuchtet werden. Eine Zeitschaltuhr knipst das Licht einfach aus, auch im Sommer, wenn der Strahler „eh erst um 22 Uhr angeht“, so Strobl. Im Winter sei die Betriebszeit dagegen recht lang. Und: Eine Beleuchtung der Kirche sei „optisch a ned schiach“, gab der Bürgermeister zu bedenken. Auch Klaus Sonner blickte eher skeptisch auf ein neues Leuchtmittel, aber aus einem anderen Grund. „Wenn da ein neuer LED-Strahler hinkommt, is wieder a Gschiss“, sagte er und forderte: „Da müssen wir ein Leuchtmittel haben, mit dem wir kein Problem mit Insekten und Fledermäusen bekommen“. Strobl schlug schließlich vor, mit der Entscheidung erst einmal bis zum Sommer zu warten, konnte aber davon nur wenige im Gremium überzeugen. Der Gemeinderat einigte sich letztlich darauf, Bayernwerk mit der Installation eines neuen Ministrahlers mit Zeituhr zu beauftragen, der jedoch eine „naturschutzkompatible Beleuchtung“ liefern soll, so Stobl über den gewünschten feldermausfreundlichen Strahler. ra

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